Werbung

| Tourismus | Vermischtes

Alles zum Unwetter in Schangnau

Heftige Niederschläge haben am Montag, 4. Juli 2022, in der Gemeinde Schangnau zu Überschwemmungen geführt. Menschen kamen keine zu Schaden. Im Kemmeriboden-Bad, auf dem Hof Schwand sowie im Ortsteil Bumbach entstand grosser Sachschaden. Strassen, Wanderwege und Brücken waren zeitweise nicht passierbar.

Aufgrund heftiger Niederschläge im Grossraum Interlaken, Lombach bis zum Kemmeribodenbad gestern kurz nach 16 Uhr schwoll die Emme im Ursprungsgebiet stark an. Es entwickelte sich eine Flutwelle, die in Spitzenzeiten eine Abflussmenge von 270 Kubikmeter aufwies. Zudem führte der Anschutz sehr viel Schwemmholz mit.

Dank der geistesgegenwärtigen Beurteilung der Lage durch die Hoteldirektion im Kemmeriboden -Bad konnten die Gäste des Hotels rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Hotel und Restaurant sind bis auf weiteres geschlossen. Auch in den weiteren Schadengebieten entlang der Emme kamen nach aktuellem Erkenntnisstand keine Personen zu Schaden. Wie bereits beim Hochwasser 2014 wurde auch beim aktuellen Ereignis das Gebiet um den Hof Schwand stark verwüstet. Weitere Schadenplätze sind entlang der Emme unter anderem im Ortsteil Bumbach zu verzeichnen.

Kemmeriboden-Bad längere Zeit gesperrt

Die Feuerwehr Schangnau konnte die gefährlichen Gebiete rechtzeitig evakuieren und absperren.Die Aufräumarbeiten durch den Zivilschutz Region Oberemmental sind weiterhin im Gang. Die Trinkwasserversorgung für die Bevölkerung ist sichergestellt.

Über die Höhe der Sachschäden lässt sich derzeit noch keine Aussage machen. Das betroffene Gebiet ist zurzeit nicht zugänglich. Wanderwege, die zum Kemmeriboden-Bad führen sowie auch die Zufahrtsstrasse von Bumbach her, sind nach wie vor gesperrt. Von Reisen und Ausflügen ins Gebiet wird
abgeraten.

Am Lagerapport am Morgen des 5. Juli konnte festgestellt werden, dass die Alarmierung der Bevölkerung durch die Kantonspolizei Bern sowie die weiteren Massnahmen die gewünschte Wirkung erzielten.

Schadenschwerpunkte im oberen Gebiet der Emme

Im Unterschied zum Hochwasser von 2014 entluden sich die Niederschlagszeilen im Einzugsgebiet der Emme und nicht direkt über der Region Bumbach/Schangnau, weshalb einzig die Emme starkes Hochwasser führte und die Seitenbäche weniger belastet waren. Der Geologe und Naturgefahrenberater Georg Heim führte an der Medienkonferenz am Dienstagnachmittag aus, dass die Seitenbäche deutlich weniger aktiv waren als 2014. «Dies ist der Grund, warum beim aktuellen Ereignis das Kemmeriboden-Bad und der Hof Schwand stärker betroffen sind. Vom Gesamtvolumen war die Wucht beim Hochwasser 2014 mit 340 Kubikmeter Wasser grösser. Dennoch ist das Ereignis lokal im Gebiet Kemmeriboden viel schlimmer.»

2014 führte der Anschutz dazu, dass die berühmte Emmeschlucht «Räbloch» bei Eggiwil verstopft war. Bei einem Helikopter-Überflug am 4. Juli konnten bisher keine grösseren Schäden am Räbloch festgestellt werden. Auch wenn sich erneut viel Schwemmholz angesammelt hat, fliesst das Wasser aktuell durch die Emmeschlucht.

Spenden und Helfereinsätze

Der Schangnauer Gemeindepräsident Beat Gerber bedankte sich an der Medienkonferenz für die grosse Hilfsbereitschaft der Einsatzkräfte, des Regionalen Führungsorgans und des Regierungsstatthalteramts. Die Bevölkerung beweise erneut eine grosse Solidarität bei der Bewältigung dieses Naturereignisses.
Die Gemeinde Schangnau bedankt sich für die grosse Unterstützung. Personen, die Hilfseinsätze im Gebiet leisten möchten, melden sich bitte direkt bei der Gemeindeverwaltung Schangnau. Die Gemeinde hat auch ein Spendenkonto eingerichtet siehe www.schangnau.ch

(pd RFO)

Werbung

neo1 - Mein Radio
00:00
-00:00