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| Wochengespräch

Beat Gerber nach den Überschwemmungen in Schangnau

Die Bilder und Videos gingen durch die ganze Schweiz. Eine Flutwelle führte in der Gemeinde Schangnau zu starken Überschwemmungen und hohem Sachschaden. Im Wochengespräch blickt der Schangnauer Gemeindepräsident Beat Gerber zurück auf die vergangene Woche.

Das Telefon habe praktisch durchgeklingelt, erzählt Beat Gerber. Mittlerweile habe sich dies etwas beruhigt. "Ich entschuldige mich aber für alle Anrufe, die ich nicht entgegennehmen konnte. Es war zeitweise schwierig, die Übersicht über das Handy zu behalten." Es war ein Berg an Arbeit, erzählt Gerber weiter. "Daneben war die Belastung, immer darüber nachzudenken, ob ich an alles gedacht oder etwas vergessen habe." Den Schock vom Montag habe er mittlerweile aber etwas verdaut.

Aufräumarbeiten kommen gut voran

Im Hotel Kemmeriboden-Bad, auf dem Hof Schwand und im Ortsteil Bumbach entstand grosser Sachschaden. Schlamm, Bäume und vieles weiteres blieb liegen. Die Strassen wurden teilweise verwüstet. Dies alles gilt es aufzuräumen. "Wir kommen gut voran", erzählt der Schangnauer Gemeindepräsident. Und lobt den Zivilschutz und die weiteren Helfer. Es sei alles gut koordiniert gewesen. Auch dank der Hilfe der Bevölkerung gehe es so zügig. "Wir haben sehr viel Hilfsangebote erhalten. Die Anteilnahme der Bevölkerung war gross. Dies freut uns sehr." Mittlerweile seien sie an einem Punkt angekommen, an dem es keine weitere freiwillige Helfende brauche. Die beste Hilfe sei aktuell das Spendenkonto, das die Gemeinde Schangnau eingerichtet hat, erklärt Gemeindepräsident Beat Gerber.

Es gebe zwar noch einiges zu tun, die Strasse in den Kemmeriboden ist aber wieder geöffnet. "Ich appelliere aber an die Bevölkerung, dass nicht alle dieses Wochenende in den Kemmeriboden gehen um sich anzusehen, wie es dort aussieht. Sonst haben wir ein Verkehrschaos, das niemandem etwas bringt." Der öffentliche Verkehr fahre aber wieder bis nach Kemmeriboden-Bad, damit die Wanderer die Möglichkeit haben, mit dem ÖV nach Hause zu kommen.

"Nicht schon wieder"

Die Gemeinde Schangnau wird nicht zum ersten Mal von Überschwemmungen heimgesucht. Erst acht Jahre ist die letzte grosse Überschwemmung her. Da stellt sich die Frage, ob zu wenig für den Hochwasserschutz gemacht wurde. "Nein", entgegnet Beat Gerber. "Nach den Schäden 2014 wurden bauliche Massnahmen getroffen. Damals wurde gesagt, es sei ein 300-jähriges Ereignis." Ein solches könne man nicht verhindern, ohne das gesamte Tal zu verbauen. Bei einem solchen Eingriff in die Natur, würde niemand mehr dorthin reisen wollen, so Gerber. Man müsse damit rechnen, dass es immer wieder solche Überschwemmungen geben kann.

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