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Schweizerinnen holen WM-Gold im Unihockey

Das Frauen-Nationalteam holt nach 2005 den zweiten Weltmeistertitel der Geschichte. Die Schweizerinnen gewinnen den intensiven Final in Ostrava gegen die Tschechinnen mit 2:0.

Im ersten Drittel stand Lara Heini im Schweizer Tor früh im Fokus und verhinderte bereits in der zweiten Spielminute und auch in der weiteren Startphase mehrmals einen tschechischen Führungstreffer. Auch die Schweiz kam im Final zu ersten guten Möglichkeiten, unter anderem durch Vanessa Schmuki nach knapp fünf Minuten und Anja Wyss, die nach starkem Forechecking und Balleroberung von Seraina Fitzi im Slot freistand. Dann musste Annina Faisst eine 10-Minuten-Strafe wegen unsportlichem Verhalten hinnehmen und die Schweiz geriet durch die begleitende Zwei-Minuten-Strafe unter Druck, überstand das tschechische Powerplay jedoch trotz Lattenschuss unbeschadet. In der 13. Spielminute erzielte Céline Stettler mit einem platzierten Abschluss das erste Tor dieses historischen Finalspiels und brachte die Schweiz in Führung. In der Folge erspielten sich beide Teams weitere Chancen, wobei das Spiel stets schnell hin und her ging. Die Schweizer Defensive agierte konzentriert, blockte konsequent und konnte sich mehrfach auf Lara Heini im Tor verlassen. So liess die Schweiz im ersten Drittel keinen Gegentreffer zu und ging mit einer knappen Führung in die Pause.

Zu Beginn des Mitteldrittels liess die Schweiz den Ball vermehrt in den eigenen Reihen laufen, geriet dennoch phasenweise stark unter Druck. Die Tschechinnen rissen das Spieldiktat an ihrer Heim-WM vor über 8‘000 Zuschauenden wieder an sich und kamen unter anderem zu mehreren Pfosten- und Lattenschüssen, während die Schweiz vor allem über Konter gefährlich blieb. Lara Heini musste immer wieder eingreifen, während Fitzi ihrerseits eine gute Kontermöglichkeit verzeichnete. Das Spiel blieb sehr temporeich und körperbetont, dies bekam auch Nathalie Spichiger zu spüren, die einen harten Check gegen den Kopf bekam. Sie konnte zum Glück weiterspielen. Chancen ergaben sich auf beiden Seiten, unter anderem verfehlte Laila Ediz aus aussichtsreicher Position das Tor.

Im Schlussdrittel erhöhte Tschechien den Druck nochmals deutlich, dominierte mit Ballbesitz und erspielte sich zahlreiche Chancen. Die Schweiz war weiterhin defensiv stark gefordert. Dank konsequenter Blockarbeit und einer erneut hervorragend aufspielenden Lara Heini im Tor blieb das Schweizer Tor weiterhin dicht. Der Ausgleich der Tschechinnen lag in der Luft, das Spiel fand mehrheitlich in der Schweizer Hälfte statt und die Schweiz kam oft einen Schritt zu spät. Kurzzeitig verschafften Gegenangriffe etwas Entlastung, ehe Tschechien wieder das Kommando übernahm. In der 53. Spielminute vergab Anja Wyss eine grosse Chance auf die Vorentscheidung. Anschliessend blieb die konzentrierte Defensivarbeit weiter gefordert.
In den letzten Minuten setzte Tschechien mit hohem Pressing und ohne Torhüterin alles auf eine Karte, scheiterte jedoch immer wieder an Blocks und an Heini. Die Entscheidung fiel 38 Sekunden vor Schluss, als Isabelle Gerig zum 2:0 ins leere Tor traf und die Schweiz den Vorsprung über die Zeit brachte. "Ich muss ehrlich sagen, wir haben das Spiel durchgekämpft", sagt Seraina Fitzi nach dem Spiel. "Wir haben jeden Block gefeiert und sind in jeden Schuss gegangen, das war eine riesige Teamleistung. Zudem hatten wir schon auch das Glück auf unserer Seite, sie hatten viele Pfostenschüsse. Wir haben aber eine Lara Heini im Goal, die eine unglaubliche WM gespielt hat. Wirklich unbeschreiblich. Ich kann es gar noch nicht realisieren."

Nach 2005 ist es der zweite Weltmeistertitel - ein historischer Moment für das Schweizer Unihockey. Im kleinen Final bezwang Finnland die Rekordweltmeisterinnen Schweden mit 6:4.

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