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Nach fast 40 Jahren: Käseproduktion in Affoltern beendet
Nach rund 40 Jahren ist Schluss: Die Schaukäserei Affoltern hat am Freitag den letzten Emmentaler AOP produziert. Was bleibt, ist ein neuer Weg, die Geschichte des Käses weiterzuerzählen. Und für die Milchlieferanten bleibt ein schaler Beigeschmack.
Die Emmentaler-Produktion in der Schaukäserei Affoltern ist beendet. Bereits im März hatte die Geschäftsleitung angekündigt, die Herstellung einzustellen – nun wurde der letzte Laib gekäst. "Es war kein einfacher Tag", sagt Geschäftsführer Frank Jantschik. Mitarbeitende und Milchlieferanten waren zum Abschied gekommen, der laut Jantschik "familiär, kollegial und würdevoll" verlief. Laut Angaben der Schaukäserei haben alle bisherigen Produktionsmitarbeitenden eine neue Stelle gefunden.
Mit dem Produktionsende geht eine Ära zu Ende: Fast vier Jahrzehnte lang wurde in der Schaukäserei Emmentaler AOP hergestellt. Doch die Geschichte soll nicht ganz verschwinden. Die Käseherstellung bleibt als begehbare Erlebnisstation erhalten – Besucherinnen und Besucher sollen künftig direkt zum Kessi und der Presse treten und über Audiobeiträge und Texte mehr über das Käsen erfahren. Bereits in den kommenden Tagen will Jantschik mit Handwerkerinnen und Handwerkern die Umbaupläne besprechen. Ziel ist es, die neue Ausstellung bis September zu eröffnen.
Milchlieferanten sehen die Situation noch immer kritisch
Weniger "familiär und würdevoll" fanden die Milchlieferanten den Abschied bei der Schaukäserei. Sie seien erst auf Nachfrage zum Abschied eingeladen worden, sagt der Präsident der Käsereigenossenschaft und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Milch, Hansruedi Müller gegenüber neo1. So sei es einigen Lieferanten auch nicht möglich gewesen, am Abschied teilzunehmen. Die Milchlieferanten haben alle eine Anschlusslösung gefunden, wo sie nun ihre Milch bringen können, sagt Müller weiter.
Trotzdem bleibe ein schaler Beigeschmack zum Ende der Käserei in Affoltern. Noch immer fragten sich die Milchlieferanten, wie lange die Schaukäserei schon geplant hatte, die Produktion zu schliessen. Noch im März hat die Schaukäserei mit den Lieferanten über die Verträge für 2025 gesprochen, da sei eine Schliessung kein Thema gewesen. Und im April sei dann die Schliessung kommuniziert worden. Das werfe noch immer Fragen auf, sagt Hansruedi Müller. Er kritisiert zudem den von der Schaukäserei angegebenen Grund für die Schliessung. Es sei nicht so, dass es zu wenig Milch gegeben habe. Er wisse von Bauern, die der Schaukäserei mehr Milch hätten liefern wollen. Das sei aber an der Schaukäserei gescheitert. Nun haben die Milchlieferanten mit dem Thema aber abgeschlossen. Es gehe für sie ja weiter.
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