Die angekündigten US-Zölle beschäftigen auch Berner Firmen. (Symbolbild: Pixabay/Janno Nivergall)
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Grosse Unsicherheit bei Berner Firmen wegen US-Zöllen
Die angekündigten US-Zölle dominieren aktuell die Schlagzeilen. Bei den betroffenen Berner Firmen herrscht grosse Unsicherheit.
Diese Woche hat US-Präsident Donald Trump ein umfangreiches Zollpaket angekündigt. Ab heute Samstag werden auf alle Produkte, die in die USA importiert werden, 10 Prozent Zölle erhoben. Und ab Mittwoch kommen voraussichtlich noch weitere Zölle hinzu. Diese sind je nach Land unterschiedlich. Für die Schweiz betragen sie 31 oder 32 Prozent.
Das fordert auch die Berner Firmen heraus. Es herrsche eine grosse Verunsicherung, sagt Daniel Arn, Präsident des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern. Vor allem, weil vieles unklar sei. "Es ist nicht genau klar, wer alles betroffen ist. Und Donald Trump kann seine Meinung ständig ändern. Keine Klarheit zu haben, ist das Mühsamste", so Arn.
Laut Daniel Arn ist eine bedeutende Zahl von Berner Firmen betroffen. Der Präsident des Handels- und Industrievereins spricht von 33 Prozent – wobei genaue Zahlen nicht bekannt sind. Und es sei eben auch schwierig zu sagen, wer genau betroffen ist.
Emmentaler Firmen trifft es (bisher) nur bedingt
Eine Umfrage von neo1 bei diversen Unternehmen in der Region zeigt: Auch hier sind Unternehmen betroffen, aber nicht alle. Betroffen ist unter anderem der Schmierstoffhersteller Blaser Swisslube von Hasle-Rüegsau. Er gehe davon aus, dass sie die Preise für ihre Produkte erhöhen müssen, sagt der CEO Marc Blaser auf Anfrage. Doch er gehe davon aus, dass auch ihre amerikanischen Mitbewerber ihre Preise erhöhen müssten, weil diese auch Rohstoffe aus dem Ausland beziehen. Blaser Swisslube müsse nun vor allem schauen, dass sie den Durchblick behalten, wo auf welche Produkte welche Zölle gelten. Danach werde sich zeigen, wie stark die Kosten beim Import in die USA steigen. Blaser Swisslube hat selber einen Produktionsstandort in den USA. Diese Strategie zahle sich nun aus, sagt der Geschäftsführer. Trotzdem spüren sie auch so die Unsicherheit auch bei der Kundschaft in den USA. Wegen der wirtschaftlichen Situation werde weniger investiert, auch in den USA selber.
Andere Emmentaler Firmen sind von den US-Zöllen wenier betroffen. "Wir sind nicht so stark betroffen, da der US-Markt für uns nicht prioritär ist", heisst es zum Beispiel von der Verwaltungsratspräsidentin von PB Swiss Tools, Eva Jaisli.
So ähnlich tönt es von Kambly: "Für uns sind die europäischen Märkte zentral. Wir exportieren zwar auch in die USA, aber dies ist im Vergleich, wesentlich weniger als nach Europa. Wir sind also sicher nicht so fest betroffen wie andere Schweizer Exportfirmen", betont der Verwaltungsratspräsident und CEO der Kambly Gruppe, Nils Kambly auf Anfrage.
Auch Ypsomed aus Burgdorf kämpft nicht gegen hohe Zölle aus den USA: "Unsere beiden Geschäftsbereiche tangiert es nicht. Entweder wir sind nicht in den USA tätig oder wir verkaufen direkt", so der Pressesprecher Thomas Kurt.
Alle Unternehmen betonen aber, dass die Unsicherheit der Schweizer Wirtschaft generell nicht gut tut. Die schnellen Wechsel und die Planungsunsicherheit machen es im Moment sehr schwierig.
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