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| Landwirtschaft

Emmentaler Alpabfahrt in Sumiswald ist wegen Trockenheit abgesagt

Seit Wochen hat es kaum geregnet. Deshalb fehlt auch den Alpwirtschaftsbetrieben im Emmental das Wasser und das Futter für ihre Tiere. Sie müssen die Tiere früher wieder ins Tal bringen. Damit ist auch die Emmentaler Alpabfahrt vom 18. September abgesagt.

Die Situation sei sehr schwierig, heisst es auf Anfrage von neo1 bei Jürg Reist. Er ist Vizepräsident der Emmentaler Alpabfahrt in Sumiswald und führt die Alpwirtschaft Hinterarni. Er selber habe zwar noch keine Tiere ins Tal zurückbringen müssen, das sei aber nur eine Frage der Zeit. Es werde nicht mehr lange dauern, dann werde auch bei ihm Futter und Wasser knapp. Andere Alpen wie zum Beispiel die Lüderenalp haben einen Teil ihrer Tiere schon ins Tal gebracht. Rund die Hälfte der Tiere sei schon weg, sagt denn auch Christian Meister. Die restlichen Tiere bleiben noch, solange es geht. So sei es nicht möglich, die Tiere bis zum ursprünglich geplanten Alpabzug im September auf der Alp zu behalten. Die Bauern im Tal zeigen Verständnis, auch wenn auch für sie die Situation nicht einfach sei. Denn auch im Tal sind Futter und Wasser teilweise knapp. 

Der vorzeitige Abbruch des Alpsommers hat für die Landwirte auch finanzielle Folgen. Die Alphirten werden pro Tier und Tag bezahlt, womit Reist und Meister nun Einbussen haben. Die Situation sei bedrückend, Wut wechsle sich mit Zuversicht und der Suche nach Lösungen ab, sagt Christian Meister. Die Gemüter seien angespannt, ergänzt Jürg Reist, sowohl auf den Alpbetrieben wie auch im Tal. Der Sommer sei sehr schwierig gewesen. Denn nur gerade der erste Graswuchs sei wirklich ergiebig gewesen, danach sei das Gras einfach kaum mehr gewachsen. 

Sorgen macht den Alphirten auch, dass die jetzige Situation bis nächsten Frühling Auswirkungen haben können. Es sei nicht klar, wie gut das Gras nächsten Frühling wachse. Zudem fehlen auf den Alpen im nächsten Sommer auch jene Tiere, die nun geschlachtet werden müssen, weil den Landwirten das Futter fehlt. Unter Umständen seien da längerfristige Lösungen gefragt, so Jürg Reist. Er denke da zum Beispiel an eine Verschiebung der Alpzeit.

Schneller umsetzbar sind Lösungen bei der Wasserversorgung. Die Hinterarnialp hat deshalb in den letzten Jahren in Brunnen, Leitungen und grössere Reservoirs investiert. "Wir haben gedacht, dass wir nun das nötigste gemacht haben. Dieser Sommer hat aber gezeigt, dass es immer noch nicht reicht", sagt Jürg Reist. Allenfalls dränge sich in den nächsten Jahren auch eine Reduktion des Tierbestandes auf.

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