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100 intensive Tage: Ein Sommer auf der Alp
Am Fusse des Hohgants liegt die Alp Breitwang, auf Boden der Gemeinde Eriz. Familie Reusser verbringt hier jeweils ihren Sommer. Es sind 100 Tage in der Natur mit Aussicht auf die Emmentaler Hügel - aber auch 100 Tage strenge Arbeit und wenig Zeit für sich. Wir begleiten die Familie und erhalten Einblicke in den Alltag auf der Alp.
Auf der Alp Breitwang leben Ueli und Vreni Reusser mit ihren beiden Söhnen, zwei Angestellten und einem Lernenden. Der Tag beginnt um fünf Uhr morgens. Während Ueli die Kühe von der Weide holt, macht seine Frau Vreni erstmal Feuer. Auf der Alp Breitwang im Eriz wird der Käse wie früher über dem Feuer hergestellt. «Das sieht man nicht mehr oft. Das ist wirklich ganz traditionell. Wir haben zwar Strom hier, die Käseherstellung würde aber auch ganz ohne gehen», erzählt Vreni Reusser. Die Familie weiss nicht genau, wie alt die Alp ist. «Die älteste Zahl, die wir gefunden haben, ist 1826. Die steht auf dem Käsekessi. Somit ist die Alp sicher 200 Jahre alt.» Am Morgen ein Feuer zu machen, sei für Vreni Reusser einer der schönsten Momente des Tages. «Es ist so beruhigend. Ich denke auch viel an unsere Vorfahren, die alle schon genau so wie wir, hier auf der Alp waren und genauso Käse hergestellt haben.»
Melkstand erleichtert die Arbeit
Mittlerweile ist Ueli Reusser mit den Kühen zurück. Sie warten vor dem Melkstand. «Diese Melkanlage haben wir vor etwa zehn Jahren installiert», erzählt Ueli Reusser. Sie nehme der Familie viel Arbeit ab. Die Milch wird so direkt vom Melkstand in das Kessi gepumpt, wo dann daraus der Alpkäse gemacht wird. «Jetzt müssen wir nicht mehr Milchkannen schleppen, das hilft uns enorm», so Ueli Reusser. Insgesamt sind 39 Kühe auf der Alp Breitwang. Zehn Kühe gehören der Familie Reusser, die anderen stammen aus 17 verschiedenen Betrieben.
Der Alltag auf der Alp ist intensiv
Über diese Modernisierung ist auch Vreni Reusser froh: «Unsere Arbeit ist schon körperlich genug. Es ist eine strenge Zeit.» Die körperliche Belastung würden viele unterschätzen. Das merke die Familie auch bei den Angestellten, die für einen Sommer auf der Alp helfen. «Die meisten wissen nicht, auf was sie sich einlassen. Von morgens um fünf Uhr bis abends um sieben Uhr ist man dran. Es ist intensiv. Es gab schon Leute, die taschenweise Bücher mitgenommen haben und dachten sie hätten viel Zeit zum Entspannen. Das ist nicht so.» Am Abend sitze man noch gemeinsam auf der Laube und lasse den Tag ausklingen. Dann seien aber alle froh, wenn sie früh ins Bett können. Denn auch der nächste Tag startet wieder um fünf Uhr früh.
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