Flavio Anselmetti ist Professor für Quartärgeologie und Paläoklimatologie an der Universität Bern. (Bild: neo1/Pascal Rupp)
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Bergsturz Blatten ein "Jahrtausendereignis"? Geologe ordnet ein
Die Bilder aus Blatten im Lötschental sind eindrücklich. Das Walliser Bergdorf wurde diese Woche von einer massiven Schlammlawine verschüttet. Grosse Teile des Dorfes wurden zerstört. Flavio Anselmetti, Professor für Quartärgeologie und Paläoklimatologie am Geologischen Institut der Universität Bern, schätzt das Ereignis aus Sicht der Geologie ein.
"Für das Lötschental ist es sicher ein Jahrtausendereignis", bestätigt Anselmetti. Und ergänzt: "Für den ganzen Alpenraum aber nicht. In einem Jahrhundert passiert dies ein paar wenige Male." Als Beispiel nennt er die Bergstürze von Randa 1991 und Bondo 2017. Jedes Beispiel sei aber anders.
Aber wie kommt es überhaupt zu solchen Ereignissen wie Bergstürzen, Murgängen oder Hangrutschungen? Generell gebe es einen Verwitterungsprozess an der Oberfläche, der das Gestein schwächt. Ausserdem gebe es gewisse Schwächezonen, die prädestiniert sind, dass etwas passieren kann. "Das ist die Vorbedingung. Dann braucht es einen Auslöser, wie beispielsweise Starkniederschlag oder ein Erdbeben. Und damit kann so ein System aus dem Gleichgewicht gebracht werden", erklärt Flavio Anselmetti.
Für die Zukunft seien detaillierte Gefahrenkarten und Instrumente zur Überwachung wichtig. Im Fall von Blatten haben diese funktioniert, die Einwohnenden wurden rechtzeitig evakuiert. "Das Beobachten und Monitoring ist sehr wichtig, wird aber auch hervorragend gemacht", so Geologe Flavio Anselmetti.
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