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| Wochengespräch

Viel Unterstützung und grosse Herausforderungen: Willkommensklassen in Burgdorf

Vor zwei Jahren gab Heinz Begré die Schulleitung an der Oberstufe in Burgdorf ab. Jetzt hat er doch noch einmal einen Schulleiterjob übernommen. Heinz Begré hat in kurzer Zeit die zehn sogenannte Willkommensklassen aufgebaut, in der in Burgdorf aktuell 140 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine an vier Standorten unterrichtet werden. 

"Ich habe diese Aufgabe angenommen, um das Schulsystem zu entlasten", sagt Begré. Denn die Lehrpersonen seien in letzter Zeit schon so an ihre Grenzen gekommen. Aber, so Begré weiter, auch die Aufgabe an sich habe ihn gereizt. In den Willkommensklassen werden die Kinder gleichzeitig in Ukrainisch unterrichtet und lernen auch Deutsch und das Lateinische Alphabet. Die Schülerinnen und Schüler müssen in der Lage sein, bei der Rückkehr in die Heimat den Anschluss wieder zu finden. Gleichzeitig sollen sie auf einen allfälligen Eintritt in eine Burgdorfer Regelklasse vorbereitet werden, falls es mit der Rückkehr länger dauert. Die Hälfte des Lehrkörpers bestehe aus ukrainischen Lehrerinnen, sie zu finden sei überhaupt nicht schwierig gewesen, erklärt Heinz Begré. Zwei Personen habe er auf einer Liste der Stadt gefunden und kontaktiert, diese hätten ihm dann von alleine weitere Kandidatinnen gebracht. Auch für die Standorte hatte Heinz Begré eine Auswahl an Angeboten. Ein anderes Problem sind die Erlebnisse und das Umfeld der Kinder. Denn wenn ein Kind mit der Grossmutter in Burgdorf sei, die Mutter sich in Polen befinde und der in der Ukraine zurückgebliebene Vater verschollen sei, könne man gut verstehen, dass die Schule nicht das Wichtigste im Leben des Kindes sei, macht Begré ein Beispiel. Zum Glück hätten sie im Kollegium jetzt auch eine Psychologin und eine Logopädin aus der Ukraine. 

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