Täglich Wasser holen bei Hydranten ist für einige Realität (Bild: Celina Schnyder neo1)
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Trinkwasser im Emmental bleibt gesichert - Kanton beobachtet Grundwasser mit Sorge
Die anhaltende Hitze und die Trockenheit machen sich auch im Emmental bemerkbar. Mehrere Gemeinden rufen die Bevölkerung derzeit dazu auf, sparsam mit Wasser umzugehen. Rasen sollten nicht bewässert, Autos nicht gewaschen und unnötiger Wasserverbrauch vermieden werden. Doch wie angespannt ist die Lage tatsächlich?
Entwarnung geben sowohl die Gemeinde Langnau als auch die Emmental Trinkwasser AG: Die Trinkwasserversorgung ist derzeit nicht gefährdet. Zwar führen die Quellen deutlich weniger Wasser als üblich, doch die Versorgung kann über Grundwasser sichergestellt werden. "Mittelfristig ist die Trinkwasserversorgung nicht gefährdet. Unsere Anlagen sind gross genug und wir haben genug Trinkwasser. Die Hitzewelle fordert uns, aber die Kapazitätsgrenze ist noch nicht erreicht. Welche Auswirkungen die anhaltende Hitzewelle haben wird, wird sich zeigen. Sollten solche Hitzeperioden künftig noch länger andauern, müssten die Planungen jedoch neu überprüft werden.", sagt Philip Mühlemann, Geschäftsführer und Technischerleiter der Emmental Trinkwasser.
Auch Hans Peter Wüthrich, Brunnenmeister der Gemeinde Langnau, sieht derzeit keinen Grund zur Sorge. Die Bevölkerung müsse nicht befürchten, plötzlich ohne Trinkwasser dazustehen. Trotzdem appelliert auch er an einen bewussten Umgang mit der Ressource. "Ein sorgfältiger Umgang mit Wasser bleibt wichtig. Bereits kleine Massnahmen können den Verbrauch senken, etwa beim WC konsequent den kleinen Knopf drücken und kürzer duschen.", sagt Hans Peter Wüthrich.
Private Quellen trocknen teilweise aus
Anders präsentiert sich die Situation für einzelne Privatpersonen, vor allem Landwirte, die ausserhalb des öffentlichen Versorgungsgebiets wohnen. Wer auf eine private Quelle angewiesen ist, spürt die Trockenheit bereits deutlich. Teilweise liefern diese Quellen kaum noch Wasser. So fahren einzelne Bauern in Langnau täglich zum Werkhof, um dort rund 1'500 Liter Wasser für ihre Tiere zu beziehen. Betroffen sind unter anderem Gebiete wie Frittenbach, Hühnerbach oder die Gohl. Das bezogene Wasser müssen die Betroffenen selbst bezahlen.
Auch bei der Emmental Trinkwasser AG gingen in den vergangenen Wochen Anfragen ein, ob Wasser aus Hydranten für die Bewässerung von Feldern bezogen werden dürfe. Diese Gesuche werden jedoch abgelehnt. "Wenn wir einzelnen Wasser geben und anderen nicht, wäre das nicht fair", sagt Mühlemann. Zudem wäre die zusätzlich abgegebene Wassermenge angesichts des grossen Bedarfs in der Landwirtschaft ohnehin nur ein Tropfen auf den heissen Stein".
Grundwasserstände sinken weiter
Auch der Kanton Bern verfolgt die Entwicklung genau. Seit März sinken die Grundwasserstände wegen der ausbleibenden Niederschläge. Besonders betroffen sind das Emmental und der Oberaargau. Laut dem Amt für Wasser und Abfall fehlen dort natürliche Zuflüsse, von denen andere Regionen profitieren. "Im Oberland hat man auch Schnee- und Gletscherschmelze sowie mehr Niederschlag. Die Regionen Thun, Bern, Aaretal oder Biel-Seeland profitieren zudem stark von der Aare", erklärt Rolf Tschumper vom Amt für Wasser und Abfall.
Rund um Röthenbach sinkt der Grundwasserspiegel derzeit um bis zu fünf Zentimeter pro Tag. Trotzdem seien die Reserven nach wie vor ausreichend. "Dramatisch für das Grundwasser ist es in diesem Sinn noch nicht. Man hat in den Regionen Emmental und Oberaargau viele Reserven. Tief unten wird es noch lange Wasser haben", sagt Tschumper. Kritisch könne die Situation jedoch dort werden, wo Trinkwasserversorger auf hoch gelegene Quellen angewiesen seien und nicht auf tiefere Grundwasservorkommen zurückgreifen könnten.
Wärmeres Grundwasser als langfristige Herausforderung
Noch grössere Sorgen bereitet dem Kanton die steigende Temperatur des Grundwassers. "Wenn die Grundwassertemperatur ansteigt, heisst das für das Trinkwasser auch, dass es anfälliger wird auf bakterielle Belastungen. Wenn das so weitergeht und das Grundwasser immer wärmer wird, könnte das langfristig Auswirkungen auf das Trinkwasser haben", sagt Tschumper.
Nach Angaben des Kantons hat sich das Grundwasser in den vergangenen 25 Jahren im Kanton Bern um rund ein Grad erwärmt. "Die Grundwasserstände nehmen über die Jahrzehnte, in denen wir sie beobachten, nicht überall immer mehr ab. Im Gegensatz zu den Temperaturen. Die nehmen kontinuierlich überall im Kanton Jahr für Jahr zu", so Tschumper. Die steigenden Grundwassertemperaturen sind deshalb auch ein Thema der Wasserstrategie 2040 des Kantons Bern.
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