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| Gesellschaft

Stiftung Lebensart plant Neubau des Alterszentrums Konolfingen

Die Stiftung Lebensart plant einen Neubau ihres Alterszentrums in Konolfingen. Die aktuellen Bewohnerinnen und Bewohner müssen das Gebäude bis Januar 2027 verlassen. Die Nachricht hat bei vielen Betroffenen für Verunsicherung und Kritik an der Kommunikation der Stiftung gesorgt.

Vergangenen Samstag lud die Stiftung Lebensart die Bewohnerinnen und Bewohner ihres Alterszentrums in Konolfingen zu Kaffee und Gipfeli ein. Anlässlich dieses Treffens informierte die Stiftung darüber, dass der Standort neu gebaut werden soll. Das bestehende Alterszentrum werde geschlossen und später abgerissen. Bis spätestens Januar 2027 müssten alle Bewohnenden ausgezogen sein.

Für viele kam diese Mitteilung überraschend. "Auf der Einladung war nur von Kaffee und Gipfeli die Rede – nicht davon, dass das Alterszentrum schliesst", schreibt die Tochter einer Bewohnerin in einer Mitteilung an neo1. Die Betroffenen zeigten sich empört und besorgt. Die Zeit bis Anfang 2027 sei sehr kurz, um eine geeignete neue Wohnlösung zu finden, heisst es weiter. Zudem werde kritisiert, dass die Stiftung über ein so grosses Bauvorhaben nicht früher und transparenter informiert habe.

Stiftung: Projekt seit längerem geplant

Die Stiftung Lebensart weist den Vorwurf zurück, das Projekt sei überstürzt kommuniziert worden. Man arbeite bereits seit längerer Zeit an den Plänen, erklärt Cédric Marville, Leiter Unternehmenskommunikation der Stiftung Lebensart. "Für die Bewohnenden mag die Information überraschend gekommen sein, das Projekt selbst ist es nicht."

Die Gebäude des Alterszentrums stammen aus den Jahren 1979 und 1986. Die Stiftung hatte das Zentrum 2019 übernommen und sich verpflichtet, das Angebot für mindestens 30 weitere Jahre sicherzustellen. "Um dieses Versprechen einhalten zu können, muss dringend investiert werden", so Marville. Ein Neubau sei deshalb unumgänglich.

Übergangslösungen vorgesehen

Während der Bauzeit sollen die Bewohnenden nicht sich selbst überlassen werden. Für pflegebedürftige Personen plant die Stiftung eine Übergangslösung. Dort wird im Bärau eigens ein Haus gebaut, in das Betroffene auf Wunsch umziehen können. Auch Mitarbeitende des Standorts hätten die Möglichkeit, während dieser Zeit nach Bärau zu wechseln.

Für Bewohnerinnen und Bewohner der Alterswohnungen sucht die Stiftung ebenfalls Übergangslösungen, unter anderem im Bärau Park. Der Auszug aus Konolfingen sei zeitlich begrenzt: Nach rund zwei Jahren Bauzeit könnten die Bewohnenden wieder an den Standort zurückkehren.

Missverständnisse bei der Information

Trotz dieser Zusicherungen scheint es bei der Informationsveranstaltung zu Missverständnissen gekommen zu sein. Einige Bewohnende gingen davon aus, dass sie dauerhaft ausziehen und selbst für eine Anschlusslösung sorgen müssten. Die Redaktion von neo1 erhielt ein Schreiben mit zahlreichen offenen Fragen und Unklarheiten.

Cédric Marville räumt ein, dass die Kommunikation nicht bei allen gleich gut angekommen sei. "Offenbar sind nicht alle Informationen so verstanden worden, wie wir sie vermitteln wollten. Das tut uns leid."

Weitere Informationsanlässe geplant

Um offene Fragen zu klären, lädt die Stiftung Lebensart zu weiteren Informationsveranstaltungen ein. Diese finden am kommenden Mittwoch sowie am 17. Februar statt. Dort sollen sämtliche Fragen zum Standort Konolfingen beantwortet werden.

Auch der Konolfinger Gemeindepräsident Jonas Rohrer bedauert die Situation. Es sei für die Bewohnenden schwierig, für rund zwei Jahre umplatziert zu werden. Er hoffe, dass nach Abschluss der Bauarbeiten wieder ein Alterszentrum in Konolfingen zur Verfügung stehe. Für die Gemeinde sei das Alterszentrum eine wichtige Institution.

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