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Nach Biwak-Schliessung in Burgdorf: Anschlusslösungen für die meisten Betroffenen

Im November letzten Jahres hat der Verein Behandlungszentrum für Suchtmedizin gemeldet, dass der Standort in Burgdorf diesen Frühling schliesst. Nun gibt es Nachfolgelösungen für die Betroffenen.

Aktuell betreuen Fachleute im Zentrum Biwak heroinabhängige Menschen, versorgen sie mit Alternativen oder führen Beratungen durch. Ende Monat ist Schluss. Grund ist der Fachkräftemangel. Das Biwak habe in den letzten Monaten mit allen 84 Betroffenen Gespräche geführt, um eine Anschlusslösung zu finden, erklärt der zuständige Burgdorfer Gemeinderat, Elias Maier. "Sie konnten wählen zwischen den gleichen Angeboten in Bern und Biel. Zum Teil werden dort sogar die gleichen Ansprechspersonen vor Ort sein, wie heute in Burgdorf. In Langenthal gibt es bei der Stiftung Contact eine neue Abgabestelle. 82 von 84 Betroffenen haben heute eine Nachfolgelösung, darüber sind wir sehr froh." Er sei überzeugt, dass es auch für die restlichen zwei Personen noch eine Lösung gebe.

Ein Teil der Betroffenen kann neu zur Abgabestelle in Bern und ein Teil nach Langenthal. Acht Betroffene können in Burgdorf direkt zum Hausarzt oder in eine Apotheke gehen, um Alternativen zu beziehen oder sich beraten zu lassen. Vom Biwak habe er die Rückmeldung erhalten, dass der grösste Teil der Betroffenen diese neuen Lösungen gut aufgenommen habe, erzählt Elias Maier. "Für die meisten ist auch eine Reise nach Bern nicht eine grosse Sache. Es gibt oft auch die Möglichkeit einer Mehrfachabgabe, damit die Betroffenen nicht jeden Tag nach Bern fahren müssen. Für diejenigen, die bei Hausärzten oder Apotheken Methadon beziehen können, hoffen wir, dass es für sie auch eine Lösung im sozialen Bereich gibt." Also, dass sie weiterhin eine Anlaufstelle haben, wenn sie Rat brauchen. Der Gemeinderat beobachte nun weiter, wie die neuen Lösungen funktionieren, und würde Massnahmen ergreifen, falls diese nicht ausreichen, erklärt Elias Maier.

Stiftung Contact übernimmt einen Teil der Betroffenen

Eine der Nachfolgelösungen für Betroffene ist die Stiftung Contact mit Abgabestellen in Langenthal und Bern. Es sei für sie schnell klar gewesen, dass sie den Betroffenen helfen wollen, erzählt Simone Schär. Sie ist Leiterin des Bereichs 1 bei Contact, zu dem auch die Suchtbehandlungen gehören. "Die Leiterin des Biwak und unser Leiter der Suchtbehandlung haben sich ausgetauscht. Dabei wurde besprochen, welche Möglichkeiten es gibt und was wir anbieten können." Alles in allem gehen 20 der 84 Menschen, die bis Ende März noch ins Biwak in Burgdorf gehen konnten, heute zur Stiftung Contact.

Das Biwak wurde wegen Fachkräftemangels geschlossen. Auch die Stiftung Contact spürt, dass Fachkräfte knapp sind. Dennoch hat sie genügend Kapazitäten für einen Teil der Betroffenen aus Burgdorf. "Die Suchtbehandlung übernehmen nicht nur Ärztinnen und Ärzte. Sie stellen zuerst die Diagnosen, behandelt wird aber durch ein interdisziplinäres Team. Dazu gehören Sozialarbeitende, Pflegefachleute und Psychotherapeut:innen."

Ein herausfordernder Umstieg für Betroffene

Für den Suchtkranken Stefan Mülheim ist die Veränderung anspruchsvoll. "Ich muss nun auf Bern gehen", erklärt er im Gespräch mit neo1. "Ich gehe lediglich dreimal in der Woche. Als Zwischenlösung erhalte ich dazu Tabletten." Auch der Kontakt vor Ort hat sich verändert. "Es ist unpersönlich. Es sind so viel verschiedene Leute dort. Das ganze läuft nun einmal so", ergänzt Mülheim. Es werde unter anderem noch geschaut, ob es bezüglich der Reihenfolge der Abgabe noch Anpassungen gibt oder braucht. 

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