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| Wochengespräch

In den 90ern ging es ums Überleben – Heute um Schadensminderung und Prävention – Simone Schär im Wochengespräch

In den frühen 1990er-Jahren prägten Orte wie der Platzspitz in Zürich oder der Kocherpark in Bern das Bild einer ausser Kontrolle geratenen Drogenszene. Das Ende der offenen Drogenszenen in der Schweiz brachten Prävention, Therapie und die sogenannte Schadensminderung wie sie beispielsweise die Stiftung für Suchthilfe Contact in Bern anbietet.

Ein zentraler Bestandteil dieser Schadensminderung sind die kontrollierte Abgabe von Heroin oder Ersatzstoffen oder Konsumräume. Im November 2025 gab der Verein „Behandlungszentrum für Suchtmedizin“ bekannt, dass sie ihren Standort in Burgdorf schliessen. Wegen des Fachkräftemangels sei die ärztliche Versorgung könne nicht mehr sichergestellt werden. Mittlerweile ist klar wie die Anschlusslösung für die Betroffenen aussieht. Acht Betroffene können in Burgdorf direkt zum Hausarzt oder in eine Apotheke gehen, um Alternativen zu beziehen oder sich beraten zu lassen. 37 Betroffene können neu zur Abgabestelle in Bern und 12 nach Langenthal. «Es war relativ schnell klar, dass wir eine Anschlusslösung sein könnten», so Simone Schär, Leiterin Bereich I bei Contact zu der die Suchtbehandlung gehört.

Schadensminderung als Erfolgsrezept

Offene Drogenszenen wie in den 1990er-Jahren gibt es in der Schweiz heute nicht mehr. Es gehört nicht mehr zum Stadtbild, dass Menschen öffentlich Drogen konsumieren. Doch das bedeutet nicht, dass das Drogenproblem verschwunden ist, es ist jedoch weniger sichtbar. Simone Schär erklärt: «Ich würde nicht sagen, dass heute weniger Drogen konsumiert werden. Es werden andere Drogen konsumiert. Heroin wurde von Kokain als meist konsumierte Droge auf der Strasse abgelöst.» Die Arbeit von Contact hat sich im Vergleich zu den 90er Jahren verändert. «Damals ging es ums Überleben. Das primäre Ziel war, die suchtkranken Menschen von der Gasse zu holen. Heute geht es viel mehr darum Schäden zu vermindern und präventiv zu arbeiten und aufzuklären.»

Im neo1-Wochengespräch erzählt Simone Schär, Leiterin Bereich I von Contact zu der die Suchtbehandlung gehört was der Stiftung mit Blick in die Zukunft Sorgen macht und wie sich neben der Arbeit auch die Herausforderungen gewandelt haben.

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