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Lo & Leduc - KRISE ALS CHANSON
Mit «KRISE ALS CHANSON» veröffentlichen Lo & Leduc ihr sechstes Studioalbum. Die Sprache ist direkt, benennt was ist, tut auch mal weh und stellt Fragen die kaum zu beantworten sind. Da ist kein Kalkül, sondern ein spürbares Bedürfnis, dem Zeitgeist eine entsprechende Sprache und ein ebensolcher Sound entgegenzusetzen. Das ist beeindruckend und unbedingt hörenswert!
Nein, Lo & Leduc sind in ihrem Schaffen nicht plötzlich, über Nacht politisch geworden. Mag sein, dass die Sprache früher verspielter, sanfter, mehrdeutiger war, aber auch in früheren Songs haben die Beiden Missstände benannt, die Zuhörenden mit grossen Fragen konfrontiert. Ein eindringliches Beispiel dafür ist der Song "Fründ" auf dem letzten Studioalbum "Luft".
Einige der früheren "Filter" sind weg. Die Songs sind ungeschminkter, konkreter, ohne an sprachlicher Raffinesse einzubüssen. Mit dem neuen Werk beweisen die beiden, dass vieles gleichzeitig und parallel existieren kann. Das Formulieren grosser, unbequemer Fragen, Widerspruch und Widerstand - aber auch Humor, Hoffnung und Zuversicht melden sich bisweilen unverhofft zwischen den Zeilen. Und das alles bleibt wuchtig, groovig und tanzbar. Und auch die ganz zarten und poetischen Momente fehlen nicht. Im Song "Flicke" singt Lo: "Näih mir es Lied a üsi Türe, ig bi zimlech sicher dass is mau bruche." Es ist bei weitem nicht die einzige Zeile, die einen Platz in unseren Gehörgängen und Herzen verdient hat.
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