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Kanton Bern treibt Hochwasserschutz seit 2005 voran

Zwei Jahrzehnte nach den verheerenden Überschwemmungen zwischen Thun und Bern präsentiert der Kanton seine Fortschritte im Hochwasserschutz – und weist zugleich auf verbleibende Risiken hin.

Im August 2005 hatten Überschwemmungen in der Region Thun und Bern grosse Schäden verursacht. Die Aare trat über die Ufer und ganze Quartiere standen unter Wasser. Aus diesem Ereignis habe man viel gelernt, erklärte der Kanton Bern nun vor den Medien. Seither wurden an zahlreichen Gewässern Schutzprojekte umgesetzt und die Regulierung verbessert. Eine zentrale Rolle spielt der Entlastungsstollen in Thun, der seit 2009 in Betrieb ist. Im Notfall kann er bis zu 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Thunersee ableiten und so Überschwemmungen in der Stadt verhindern. Auch die Pegel von Thunersee und Jurarandseen können heute gezielt abgesenkt werden, um mehr Aufnahmekapazität zu schaffen. "Es ist viel passiert. Wir haben bessere Daten und wissen mehr darüber, was auf uns zukommt", sagte Luzius Thomi vom Amt für Wasser und Abfall. Regierungsrat Christoph Neuhaus ergänzte: "Man kann nie zufrieden sein, weil es immer Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Aber wir haben einiges erreicht, vor allem mit dem Stollen in Thun."

Neben Thuner- und Brienzersee oder den Jurarandseen beobachten die Fachleute auch weitere Gewässer. Besonders anspruchsvoll ist die Emme, deren Abfluss der Kanton nicht regulieren kann. "An der Emme gibt es zu wenig Platz – eigentlich bräuchte es einen See, um wirksam etwas gegen das Hochwasser tun zu können", erklärte Thomi. Kommt es dort zu Hochwasser, muss der Kanton dennoch reagieren, indem er den Pegel der Aare anpasst. Für die Region Emmental selbst bringt das allerdings wenig. "Eine Regulierung ist im Emmental nicht möglich. Deshalb müssen wir dort viel stärker auf Hochwasserschutz setzen, weil die Emme schwer einzuschätzen ist", sagte Neuhaus.

Trotz Fortschritten bleibt ein Restrisiko bestehen. Der Kanton betont, dass die Gewässerregulierung ihre Grenzen habe und deshalb nur Teil eines umfassenden Risikomanagements sein könne. Dazu gehören neben technischen Bauten auch planerische und bauliche Massnahmen, die mögliche Schäden im Hochwasserfall verringern sollen.

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