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Käse aus Vechigen: Projekt mit Mutter-Kalb-Haltung braucht frisches Kapital

Die Muka-Käserei in Vechigen verarbeitet Milch aus sogenannter Mutter-Kalb-Haltung – eine Haltungsform, bei der die Kälber bei der Mutter trinken dürfen. Das von der Biobäuerin Evelyn Scheidegger gegründete Projekt steht nun vor einer Kapitalreduktion und sucht neue Unterstützerinnen und Unterstützer.

Bei der sogenannten Mutter-Kalb-Haltung dürfen Kälber während rund zehn Monaten bei der Mutterkuh bleiben und selbst trinken. Dadurch steht weniger Milch für den Verkauf zur Verfügung, was einen um rund 30 Rappen höheren Milchpreis erforderlich macht.

In der Schweiz war diese Form der Milchproduktion lange Zeit nicht erlaubt. Erst seit 2020 dürfen Betriebe, die Milch verkaufen, einen Teil davon für die Kälber behalten. Üblicherweise werden Milchkühe direkt nach der Geburt von ihren Kälbern getrennt, damit die gesamte Milch in den Verkauf gelangt.

Evelyn Scheidegger hat nach der Gesetzesänderung das Projekt Mutter-Kalb-Haltung gestartet und gemeinsam mit dem Verein Cowpassion die Muka-Käserei AG gegründet. In der Käserei im bernischen Vechigen wird Milch verarbeitet, die nach dem Trinken der Kälber übrig bleibt (siehe verwandte Beiträge). Neben Scheidegger beliefert auch ein Landwirt aus Trub den Betrieb.

Kapitalreduktion und neue Aktienausgabe

Das Startkapital der Muka-Käserei betrug 303’500 Franken und wurde über Aktien zu je 250 Franken von Konsumentinnen und Konsumenten aufgebracht. Dieses Kapital wird nun auf 30’350 Franken reduziert, der Wert einer Aktie beträgt danach noch 25 Franken. Laut Handelsamtsblatt sollen bis zum 9. Oktober 8770 neue Namenaktien zu je 25 Franken ausgegeben werden, um das Kapital wieder auf knapp 250’000 Franken zu erhöhen.

Evelyn Scheidegger zeigt sich trotz der finanziellen Herausforderungen optimistisch. Sie rechnet damit, dass sich erneut Unterstützerinnen und Unterstützer finden, die sich am Projekt beteiligen. "Wir haben positive Signale und ich bin zuversichtlich", sagt sie.

Herausforderungen beim Aufbau

Die Umsetzung des Projekts sei aufwendiger gewesen als erwartet, so Scheidegger. Schwierigkeiten habe es unter anderem bei der Suche nach einem geeigneten Käsereistandort und bei der personellen Besetzung gegeben. Auch sei beim Umbau der Käserei einiges mehr zum Vorschein gekommen als gedacht. "Wer schon mal umgebaut hat, weiss wie das ist", so Evelyn Scheidegger zu neo1. 

Käse im Abonnement erhältlich

Rund 700 Kundinnen und Kunden beziehen derzeit Käse der Muka-Käserei im Abonnement. Etwa 300 von ihnen halten zudem Aktien des Unternehmens. Damit, so Scheidegger, gehöre die Muka-Käserei zu den wenigen Käsereien in der Schweiz, die mehrheitlich im Besitz von Konsumentinnen und Konsumenten sind.

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