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Insekten

Kaum steigen die Temperaturen, sind sie überall: Schmetterlinge, Bienen, Fliegen, Wespen und viele weitere Insekten. Doch warum gibt es im Sommer eigentlich so viele davon?

«Insekten sind wechselwarm. Das heisst, ihre Körpertemperatur und ihr Stoffwechsel sind von der Umgebungstemperatur abhängig. Weil es im Frühling und Sommer wärmer ist, sind die Insekten sehr aktiv, im Vergleich zum Spätherbst und Winter», sagt Lorenz Heer, der Geschäftsführer von Pro Natura Bern im neo1-Interview. Jetzt sind besonders Schmetterlinge, Libellen, Käfer, Fliegen und Mücken zu sehen. Viele andere Arten leben eher versteckt. Für die Natur sind sie trotzdem wichtig. Insekten dienen zahlreichen Tieren als Nahrung und übernehmen wichtige Aufgaben bei der Bestäubung von Pflanzen.

Besonders vielfältig sind die Wildbienen. Lorenz Heer sagt: «In der Schweiz haben wir über 600 Wildbienenarten. Viele davon sind sehr spezifisch auf eine Pflanzenart oder eine kleine Gruppe von Pflanzen spezialisiert, bei denen sie Nektar holen oder die Pflanzen bestäuben.» Auch auf dem eigenen Balkon oder im Garten kann man Insekten unterstützen. Eine Wildblumenmischung im Topf, sandiger Boden oder natürliche Verstecke bieten Nahrung und Lebensraum. Im Garten können zusätzlich Totholz, Steinhaufen oder kleine Blühflächen angelegt werden.

Wespen werden im Sommer dagegen oft als lästig empfunden. Vor allem reife Früchte, Süssgetränke und andere zuckerhaltige Lebensmittel ziehen sie an. Trotzdem erfüllen auch sie wichtige Aufgaben. Sie fressen unter anderem andere Insekten und helfen dabei, organisches Material abzubauen.

Gleichzeitig gibt es heute deutlich weniger Insekten als früher. Als wichtigen Grund nennt Lorenz Heer: «Der Hauptgrund für den Rückgang ist sicher der Verlust von Lebensräumen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Gärten stärker aufgeräumt und gepflegt werden. Auch eine intensivere Landwirtschaft im Offenland ist negativ für die Insekten.» Umso wichtiger sind geeignete Lebensräume. Im eigenen Garten muss dafür nicht alles ordentlich sein. Blühende Wiesen, Wildkräuter, Wasserstellen und natürliche Strukturen können helfen. Auch Totholz ist wertvoll. Mehr als 1000 Käferarten sind im Wald darauf angewiesen.

Wer Insekten unterstützen möchte, muss also nicht viel verändern. Schon kleine Flächen mit Blumen oder etwas mehr Wildnis im Garten können einen Unterschied machen. Auch weniger Licht in der Nacht und der Verzicht auf Insektizide helfen. «Das Beste ist, dass man selbst Freude an Insekten hat und die Vielfalt schätzt. Mit dieser Freude kann man sich überlegen, was man für die Insekten tun kann. Je mehr man macht, desto mehr Insekten sieht man auf dem eigenen Balkon oder im Garten», sagt Lorenz Heer abschliessend im neo1-Interview.

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