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Grünes Licht für Verkehrssanierung im Emmental

Der Weg für die grosse Verkehrssanierung im unteren Emmental ist frei. Nach dem Rückzug der letzten zwei Beschwerden vor dem Berner Verwaltungsgericht kann das Projekt "Emmentalwärts" nun realisiert werden. In den betroffenen Gemeinden herrscht Erleichterung.

Regierungspräsident Christoph Neuhaus (SVP) einigte sich mit den verbliebenen Beschwerdeführern auf einen Rückzug ihrer Beschwerden. Es handelt sich um zwei Unternehmen, wie er vor den Medien sagte. Nähere Angaben machte er nicht. Über den genauen Inhalt der getroffenen Vereinbarungen sei Stillschweigen vereinbart worden.

Der ursprüngliche Strassenplan vom Januar 2022 wird damit in Kürze rechtskräftig. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen nach einer dreijährigen bis vierjährigen Phase für Detailprojektierung, Ausschreibungen und Landerwerb voraussichtlich im Jahr 2029 beginnen. Sie dürften rund zehn Jahre in Anspruch nehmen.

Gegen Staus, für mehr Sicherheit

Die Stimmberechtigten des Kantons Bern hatten den Baukredit von 314 Millionen Franken im März 2023 in einer Referendumsabstimmung gutgeheissen. Das Projekt umfasst ein Paket von 19 Massnahmen und soll die Verkehrsbelastung in Burgdorf, Oberburg und Hasle bei Burgdorf reduzieren.

Täglich durchqueren rund 19'000 Fahrzeuge die betroffenen Ortschaften, wie Neuhaus vor den Medien in Erinnerung rief. Das führe regelmässig zu Staus, unpünktlichen Bussen und Sicherheitsrisiken.

Oberburg erhält eine 1500 Meter lange Umfahrung mit einem 1100 Meter langen Tunnel. In Hasle bei Burgdorf wird eine Umfahrung westlich des Bahnhofs entlang des Bahndamms gebaut. In Burgdorf ersetzen zwei neue Bahnunterführungen die Niveauübergänge Buchmatt und Spital.

"Endlich kann das Projekt realisiert werden", freute sich Neuhaus. "Die Verkehrssanierung ist umweltverträglich und wird von einem überwiegenden Teil der Bevölkerung des Emmentals herbeigesehnt."

Burgdorf, Oberburg und Hasle erleichtert

Die Gemeinden Burgdorf, Oberburg und Hasle reagieren erleichtert auf den Rückzug der Beschwerden. "Ich bin froh, haben wir endlich grünes Licht", sagt der Burgdorfer Stadtpräsident Stefan Berger. "Nun können wir die Verkehrssituation im Raum Burgdorf-Oberburg-Hasle längerfristig verbessern und dadurch den Wirtschaftsstandort Emmental stärken."

"Der Stau wird nicht weniger", so Raymond Weber, Gemeindepräsident von Hasle. Diverse grosse Bauprojekte unter anderem von Wohnüberbauungen stünden im Emmental an. "Das heisst: Noch mehr volle Strassen, noch mehr volle Züge." Er sei sehr dankbar, gehe es nun vorwärts.

Er habe teilweise von der Bevölkerung gehört, das Projekt komme sowieso nie, erzählt Werner Kobel, Gemeinderatspräsident von Oberburg. "Manche haben nicht mehr daran geglaubt, dass 'Emmentalwärts' gebaut wird." Durch die Umfahrung nehme vor allem die Sicherheit im Dorf "massiv" zu.

Aarwangen weiter blockiert

Weiterhin blockiert ist das Projekt im Oberaargau, das ebenfalls im März 2023 vom Volk gutgeheissen wurde. Der stark befahrene Ortskern von Aarwangen soll mit einer Umfahrungsstrasse vom Durchgangsverkehr entlastet werden. WWF und Pro Natura führen Beschwerde vor dem Verwaltungsgericht, weil die geplante Umfahrung bedrohte Tierarten gefährde und wertvolles Kulturland in Mitleidenschaft ziehe. (sda/neo1)

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