Der Betrieb des Bürgerbusses wird nochmals verlängert. (Bild: zvg / Gem. Huttwil)
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Gemeinden Huttwil und Gondiswil verlängern Übergangsbetrieb des Bürgerbusses
Die Gemeinden Huttwil und Gondiswil wollen das öV-Angebot zwischen den beiden Gemeinden weiterhin sichern. Nach dem Abbruch eines Ausschreibungsverfahrens wird der bestehende Übergangsbetrieb des Bürgerbusses verlängert, während parallel eine neue Lösung geprüft wird.
Die Gemeinden Huttwil und Gondiswil beabsichtigen, das öffentliche Verkehrsangebot zwischen den beiden Gemeinden aufrechtzuerhalten. Der Bürgerbusbetrieb wurde im Jahr 2025 neu ausgeschrieben, das Verfahren musste jedoch abgebrochen werden, da die eingegangenen Angebote deutlich über dem bisherigen Kostenrahmen lagen und keine wirtschaftliche Beschaffung möglich war. Der aktuelle Übergangsbetrieb wird deshalb verlängert, um weitere Nachfolgelösungen zu prüfen.
Wie bereits im vergangenen Jahr kommuniziert, verfolgen die Gemeinden zwei mögliche Ansätze für die Zukunft des Angebots. Einerseits wurde eine eigenständige Nachfolgelösung über eine Ausschreibung angestrebt. Andererseits wurde ein Pilotprojekt im Bereich «Mobilität on Demand» weiterverfolgt. "Wir hatten bereits erste Gespräche. Wahrscheinlich läuft es auf das MyBuxi-Angebot hinaus", sagt der zuständige Gemeinderat von Gondiswil, Rolf Steffen, im neo1-Interview.
Im Mai 2025 schrieben die Gemeinden die Bürgerbusdienstleistungen auf der Strecke Huttwil – Gondiswil aus, mit einer Option zur Übernahme der Schülertransporte in Huttwil. Die eingegangenen Angebote zeigten jedoch, dass der Betrieb in der bisherigen Form deutlich höhere Kosten verursachen würde. Dies gilt insbesondere, wenn der Betrieb nicht mehr durch einen Familienbetrieb mit eigener Garage geführt wird und damit bisherige Synergien wegfallen. Die Angebote überstiegen den bisherigen Kostenrahmen um ein Vielfaches. Im November 2025 entschieden die Gemeinden deshalb gestützt auf die interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen, das Vergabeverfahren abzubrechen. Gegen diesen Entscheid wurde keine Beschwerde eingereicht.
Vor diesem Hintergrund wollen sich die Gemeinden verstärkt auf das Pilotprojekt «Mobilität on Demand» konzentrieren. Dieses Angebot funktioniert ohne festen Fahrplan; Fahrten können bei Bedarf gebucht werden. Zudem gibt es keine fixen Haltestellen, sondern flexibel definierbare Haltepunkte innerhalb eines Gebiets. Ziel ist es, mit diesem System mehrere Gemeinden besser zu erschliessen. Insbesondere für Gondiswil könnte damit das gesamte Gemeindegebiet besser an den öffentlichen Verkehr angebunden werden. Auch in Huttwil könnten bisher weniger gut erschlossene Gebiete davon profitieren.
Der Bürgerbusbetrieb wird seit August 2023 im Übergangsbetrieb durch die Eventro GmbH geführt. Der bestehende Vertrag war ursprünglich bis Ende 2026 vorgesehen, mit dem Ziel, danach eine Nachfolgelösung einzuführen. Da diese bislang nicht gefunden werden konnte, wurde der Übergangsbetrieb um zwei weitere Jahre verlängert. Damit soll genügend Zeit für eine erneute Prüfung des Betriebs und möglicher Lösungen gewonnen werden.
Die Abrechnung der letzten Fahrplanperiode (21. Betriebsjahr 2024/2025) wurde von den beiden Gemeinden genehmigt. Insgesamt nutzten 7’371 Personen den Bürgerbus, im Vorjahr waren es 9’155 Fahrgäste. Dies entspricht einem Rückgang von 19,5 Prozent. Der Bürgerbus legte insgesamt 48’398 Kilometer zurück, davon 26’000 Kilometer im Fixbetrieb und 22’398 Kilometer als bestellte Fahrten. Die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf beliefen sich auf rund 17’000 Franken. Zusätzlich unterstützt der Kanton den Betrieb mit einem jährlichen Beitrag von 81’000 Franken. Der Aufwandüberschuss beträgt rund 140’000 Franken (Vorjahr rund 110’000 Franken) und wird von den Gemeinden Huttwil und Gondiswil je zur Hälfte getragen. (neo1 / pd)
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