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| Wochengespräch

"Es gibt keine Alternative zu einer Blutspende"

Bernhard Wegmüller ist seit 2018 Direktor der Blutspende SRK Schweiz. Er wohnt in Langnau und spricht im neo1-Wochengespräch anlässlich des Internationalen Tages der Blutspende über die Bedeutung, die Herausforderungen und die Zukunft der Blutspende.

Es gehe vor allem um Aufmerksamkeit. Nicht nur am Weltblutspendetag am 14. Juni. "Es ist für uns zentral den Leuten zu zeigen wie wichtig ihre freiwillige Blutspende ist. Da die Patientinnen und Patienten darauf angewiesen sind", sagt Bernhard Wegmüller. Der Weltblutspendetag liege zudem meist noch direkt vor der Sommerferienzeit. "Nebst der Knappheit, welche meist im Sommer auftritt, ist es wichtig, dass die Leute noch vor den Ferien Blut spenden. Da sie je nach Reiseziel, unter Umständen nicht spenden können."

Es gehe auch darum die Leute zu erinnern Blut zu spenden und vielleicht auch neue Spender:innen zu begeistern. Laut Bernhard Wegmüller sei der Blutspende bewusst, dass es heutzutage extrem viel andere Sachen gäbe, welche unsere Aufmerksamkeit einnehme. Daher sei die Blutspende froh, wenn Leute regelmässig Blut spenden. "Wir haben uns da einen Stamm an Spender:innen angelegt, um welchen wir sehr froh sind", erklärt der Direktor der Blutspende SRK Schweiz im Gespräch.
Einen Unterschied zwischen Stadt und Land merke man bei der Blutspende schon. "Die Freiwilligkeit ist auf dem Land noch eher verankert, wo wir in den städtischen Gebieten vielleicht eher Mühe haben die Leute zu mobilisieren." Dies sei aber nicht anderes als in anderen Bereichen auch. 

Von einem Kampf um Aufmerksamkeit möchte Bernhard Wegmüller aber trotzdem nicht sprechen: "Es ist viel aufwändiger die Leute zu erreichen. Auch gerade junge Menschen mit den sozialen Medien etc. Hier sind wir dann halt noch mehr gefordert."
Dazu gehöre auch das Aufklären und gewisse Vorurteile zu überwinden. Es sei dabei wichtig den Spender:innen auch etwas zu bieten. "Ihre Freiwilligkeit muss auch irgendwo belohnt sein. Sei es auch nur mit einem leckeren Sandwich nach der Spende", sagt Bernhard Wegmüller mit einem Grinsen.
Das seit letztem Jahr auch homosexuelle Menschen Blut spenden dürfen, sein ein massiv grosser Schritt gewesen. "Wir wollen niemanden ausschliessen. Alle sollen irgendwie helfen können mit ihrer Spende."

Die Blutspende bleibe auch wichtig in Zukunft und deshalb sei es auch weiterhin wichtig und nötig, dass die Leute freiwillig ihr Blut spenden. "Im Idealfall braucht es uns ja nicht mehr", sagt Bernhard Wegmüller mit einem Lachen. "Künstliches Blut ist im Milliliter-Bereich möglich - grössere Mengen würden einen Kollaps des Gesundheitssystems bedeuten, da es so viel kosten würde. Deshalb ist die Spende immer noch zentral und wird es auch bleiben." 
Er gehe nicht davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren grosse Quantensprünge in der Forschung gemacht werden, welche menschlich gespendetes Blut einfach so ersetzen würde.

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