Der Grossbrand in Bärau Anfang Mai verursachte einen Schaden von über zwei Millionen Franken. (Archivbild: zVg KaPo Bern)
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Weniger Brände, aber höhere Schadenssumme im ersten Halbjahr
Im Kanton Bern wurden von Anfang Januar bis Ende Juni 724 Feuerschäden an Gebäuden registriert. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist dies ein relativ tiefer Wert. Bei der Schadenssumme könnte 2026 zu einem Ausreisser nach oben werden.
Die Feuerschäden bewegen sich sowohl bei der Anzahl Bränden als auch bei der Schadenssumme seit Jahren auf einem stabilen Niveau, wie eine Auswertung der Gebäudeversicherung Bern (GVB) für neo1 zeigt. In den letzten Jahren gab es jährlich rund 2'000 Feuerschäden an Gebäuden. Vor 20 Jahren lag diese Zahl noch deutlich höher.
Auch die Schadenssumme lag vor zwei Jahrzehnten deutlich höher und blieb in den vergangenen Jahren abgesehen von einigen Schwankungen relativ stabil blieb. 2026 zeichnet sich jedoch ein aussergewöhnlich hoher Wert ab. In den ersten sechs Monaten belief sich die Schadenssumme bei Feuerschaden auf 30,6 Millionen Franken. Damit war die Schadenssumme bereits Ende Juni fast so hoch wie im gesamten vergangenen Jahr.
Grossbrände entscheidend
Ein Grossbrand kann die Schadenssumme deutlich beeinflussen, erläutert Nils Wüthrich, Teamleiter der Abteilung Schaden bei der GVB. "Gibt es zwei oder drei Grossbrände mehr, ist auch die Schadenssumme deutlich höher".
Ein Blick in die Zahlen zeigt: Alleine die fünf grössten Brände machen rund 40 Prozent der gesamten Schadenssumme aus. Zu diesen Bränden gehören unter anderem der Brand von zwei Mehrfamilienhäusern in Bärau Anfang Mai und der Brand eines Bauernhauses in Gondiswil Ende April.
Zudem haben Grossbrände einen entscheidenden Einfluss auf die Wahrnehmung von Bränden in der Bevölkerung. "Ein Bauernhaus in Vollbrand erzeugt deutlich mehr Aufmerksamkeit als ein kleiner Brandschaden von einer Kerze", so Wüthrich. Durch Social Media seien Brände in der Bevölkerung präsenter geworden.
Blitzschlag, Elektrizität, Brandstiftung
Die Gebäudeversicherung Bern erhebt auch die Brandursachen. Die meisten der 724 Feuerschäden wurden dieses Jahr durch Blitzschlag ausgelöst (134), danach folgt Elekrizität (103). Bei rund 40 Prozent der Feuerschäden ist die Ursache unbekannt.
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