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Viele Schweizer:innen mit Emmentaler Heimatort

Wir sehen ihn auf jeder Schweizer Identitätskarte und doch haben manche Menschen noch nie einen Fuss in ihrem Heimatort gesetzt. Andere hingegen sind am Ort ihrer Vorfahren geblieben. Fakt ist: Laut Daten des Bundesamts für Statistik leben nur noch sehr wenige Personen, die aus dem Emmental stammen, noch immer dort. Die Emmentaler Bevölkerung hat sich im ganzen Land verteilt.

Entstanden sind die Heimatorte vor über 300 Jahren aus dem Armenwesen. Hans Minder, Lokalhistoriker, erzählt im Interview mit neo1: "Die Vertreter der Kantone haben damals beschlossen, dass man das Armenwesen so regelt, dass jeder Kanton seine Armen zurücknehmen muss."  Heisst: Wenn ein Berner in Uri wohnte und dort auf Armengelder angewiesen war, wurde er nach Bern zurückgeschickt. Heute existiert der Heimatort nur noch symbolisch. 

Langnau und Trub häufige Heimatorte

Einige Orte werden sehr häufig als Heimatort aufgeführt, zum Beispiel Langnau und Trub. Weshalb dies so ist, kann niemand genau sagen. Mittlerweile sind aber viele Menschen mit Emmentaler Heimatort weggezogen. "Für die meisten Emmentaler war es kein Leben, auf dem Bauernhof für irgendjemanden hart zu arbeiten. Eine Möglichkeit war deshalb, ausserhalb des Emmentals nach einem Pachthof Ausschau zu halten", ergänzt Hans Minder. "Da die Emmentaler als tüchtige Bauern galten, haben sie die Pachtherren gerne genommen, mit dem Wissen,  dass diese Ende Jahr den Pachtzins zahlen." Somit wurde das Auswandern gefördert und die Emmentaler Heimatorte in die ganze Schweiz hinaus getragen. Wenn alle Leute in ihrem Heimatort leben müssten, wäre Langnau wohl die grösste Stadt der Schweiz und Trub die zweitgrösste. 

Heimatorte sind heute mehrheitlich nur noch symbolisch

Der eigentliche Zweck, den der Heimatort heute noch hat, sei für Schweizerinnen oder Schweizer, die im Ausland leben und noch nie in der Schweiz gewohnt haben. Wenn sie ihre politischen Rechte in der Schweiz ausüben wollen, zum Beispiel hier abstimmen wollen, müssten sie sich bei der Heimatgemeinde melden, erklärt Hans Minder. "Auch für uns Familienforscher ist der Heimatort nach wie vor interessant. Denn um eine Familiengeschichte aufzuzeigen, müssen wir mit den Heimatorten arbeiten können." Aber sonst habe der Heimatort heute mehrheitlich nur noch eine symbolische Funktion.

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