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Sterben mit Plan: So bleibt das letzte Kapitel in deiner Hand
Wer nichts regelt, für den entscheiden das Gesetz, die Behörden oder die überforderte Familie. In der neo1-Serie "Sterben mit Plan" erklären Fachleute aus der Region, was man im Voraus festlegen kann und warum es sich lohnt, früh anzufangen.
Zum Beispiel beim Testament: Ohne ein solches gilt die gesetzliche Erbfolge. Bei Verheirateten mit Kindern geht je die Hälfte an Ehepartner und Kinder, unverheiratete Partner erben dagegen nichts. "Das ist vielen nicht bewusst", sagt Roger Messerli, Notar beim Notariat Emmental in Signau. Seit 2023 ist der Spielraum grösser geworden: Der Pflichtteil der Eltern ist abgeschafft, jener der Kinder kleiner. So kann man auch die Lebenspartnerin, ein Gottenkind oder eine Organisation bedenken. "Man muss dabei einfach selber aktiv werden und das aufschreiben", so Messerli. "Wichtig ist: Ein selbst geschriebenes Testament muss komplett von Hand verfasst, datiert und unterschrieben sein, sonst ist es ungültig."
In der Wochenserie geht es auch um die Patientenverfügung und den Vorsorgeauftrag. Die Patientenverfügung regelt, welche medizinischen Behandlungen man will und welche nicht. Der Vorsorgeauftrag bestimmt eine Vertrauensperson, die sich um Finanzen und Verträge kümmert. "Fehlt dieser, kann die KESB eine Beistandschaft errichten", sagt Tina Hammerschlag, Beraterin bei Pro Senectute in Konolfingen. "Wenn keine Informationen da sind, sind viele Angehörige mit der Situation völlig überfordert." Es sei nie zu früh, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. "Ein Unfall, der das Leben komplett verändert, kann leider immer passieren", so Hammerschlag.
Neben Verfügungen und Aufträgen beschäftigen viele auch Fragen rund um Urne und Grab. Lisa Graber hat den Bestattungsdienst Roth in Langnau besucht und dort das Ehepaar Roth getroffen. "Es gibt Menschen, die lediglich festlegen wollen, für welche Bestattungsart sie sich entscheiden und wo sie dann beerdigt oder beigesetzt werden", sagt Bestatter Michael Roth. "Andere gehen bis ins letzte Detail und planen das Essen, die Trauerkarten und wer eingeladen oder ausgeladen wird." Neben Urne und Grab gibt es heute viele weitere Möglichkeiten: Aus einem Teil der Kremationsasche lässt sich etwa ein Diamant herstellen, oder man findet seine letzte Ruhe in einem Friedwald.
Was klar ist: Wer seine Wünsche zu Musik, Ort und Abschied aufschreibt, nimmt der Familie schwere Entscheidungen ab. Trauerbegleiterin Christa Roth rät vor allem eines: "Darüber reden, denn der Tod gehört zum Leben."
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