Seit zweieinhalb Jahren gibt es in Bern das Meldetool Bern schaut hin. (Bild: bernschauthin.ch)
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Stadt Bern zieht Bilanz zu Meldetool - Knapp 1'100 Fälle in zweieinhalb Jahren
Wer in Bern Sexismus, Queerfeindlichkeit oder Belästigungen erlebt, kann dies seit zweieinhalb Jahren anonym über ein Meldetool bei der Stadt melden. Eine aktuelle Auswertung zeigt die Zahlen aus den ersten Jahren.
Seit zweieinhalb Jahren hat die Stadt Bern ein Meldetool für Personen, die Sexismus, Queerfeindlichkeit oder Belästigungen erleben oder beobachten. Betroffene können über eine Website eine anonyme Meldung machen. Wenn der gemeldete Fall eine Straftat sein könnte, zeigt die Website das an. Gleichzeitig gibt es Informationen, an welche Stellen sich die betroffene Person wenden kann, beispielsweise die Nummer der Polizei oder Beratungsstellen. Das Meldetool soll einen Beitrag gegen die hohe Dunkelziffer bei solchen Vorfällen leisten.
Gerade am Anfang hätten sie viele Meldungen über die Website erhalten, erklärt Christoph Gostelli vom Projekt "Bern schaut hin". Im ersten Jahr gab es über das Meldetool rund 750 Anfragen. Jetzt, nach gut zweieinhalb Jahren, sind es insgesamt knapp 1'100 Anfragen. "Die Vorfälle haben leider nicht abgenommen, nur die Meldungen. Das heisst für uns, wir müssen weiterhin daran arbeiten, dass die Menschen unser Meldetool kennen."
Die Auswertung der Stadt Bern nach gut zweieinhalb Jahren seit dem Start der Website zeigt, dass die meisten Meldungen verbale Belästigungen betreffen. Etwas, das immer wieder vorkommt, sei sogenanntes Catcalling, also jemandem hinterherzupfeifen, erklärt Christoph Gostelli. Viele Personen gaben auch an, ungewollt angefasst oder angestarrt worden zu sein. Am häufigsten passieren die gemeldeten Vorfälle auf offener Strasse oder im öffentlichen Verkehr, heisst es im neuesten Auswertungsbericht.
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