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Regionalmuseum Chüechlihus sammelt Wissen zum Emmental

Mit dem Projekt 'spychere!–Wissen von hier sammeln, zeigen, nutzen' startet das Regionalmuseum Chüechlihus Langnau eine mehrjährige Spurensuche nach diesem lokalen Wissen im Emmental. Gemeinsam mit der Bevölkerung sammelt das Museum Geschichten, Erfahrungen und Beobachtungen aus der Region und macht sie öffentlich zugänglich. Der offizielle Startschuss fällt an der Ausstellungseröffnung vom 31. März 2026 im Regionalmuseum Chüechlihus. Dabei wird auch der neue digitale e-spycher lanciert. Das ist eine Plattform, auf der Emmentaler:innen ihr Wissen teilen, ergänzen und diskutieren können.

Ein digitaler Wissensspeicher für das Emmental

Herzstück des Projekts ist der e-spycher (www.e-spycher.ch). Diese Plattform ist ein digitaler Wissensspeicher für das Emmental. Hier können Beiträge zu lokalem Wissen in Form von Texten, Fotos, Videos oder Audioaufnahmen eingegeben, sowie andere Einträge um eigenes Wissen ergänzt werden. "Wenn ich Menschen nach der Herkunft ihres lokalen Wissens frage, höre ich oft: mä weiss es haut einfach", sagt Wanda Seiler, Projektleiterin von 'spychere!'. "Es ist Wissen, das wir oft als alltäglich und selbstverständlich anschauen. Für uns als Museum ist es aber unglaublich wertvoll, denn es erzählt viel vom Lebender Region, von seinen Menschen, von Orten, Lebensweisen und den Veränderungen, die sie prägen." Um möglichst viele Menschen zu erreichen, gibt es vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten, um den e-spycher mit Wissenseinträgen zu füllen: zum einen gemütlich von zuhause vom Sofa aus, zum anderen bei Aktionen im ganzen Emmental sowie in der Ausstellung im Museum.

Die Bevölkerung als Expert:innen

Mit 'spychere!' geht das Regionalmuseum Chüechlihus neue Wege in der Museumsarbeit. Statt Wissen ausschliesslich zu sammeln und zu vermitteln, entsteht es gemeinsam mit der Bevölkerung. "Nicht wir Fachpersonen im Museum sind für dieses Projekt die Expert:innen, sondern die Emmentaler:innen", betont Wanda Seiler. "Darum ist es uns wichtig, den Prozess des Sammelns gemeinsam mit Menschen aus der Region zu gestalten." Eine Gruppe von Co-Forschenden aus dem Emmental wird in den kommenden Monaten gemeinsam mit dem Museumsteam in der Region unterwegs sein. Wir sprechen mit Menschen, sammeln Geschichten und Erfahrungen und tragen diese in den e-spycher ein. Etwa an Märkten, Vereinsanlässen oder an Dorffesten. Auch werden sie bei der Auswertung des gesammelten Wissens eine Schlüsselrolle spielen. 

Wissen aus dem Museum und aus dem Alltag

Den Auftakt bildet die Ausstellung 'spychere! Wissen von hier sammeln', die an der Vernissage am 31. März 2026 eröffnet wird. Darin erzählen Mitarbeitende des Museums anhand von Objekten aus der Sammlung von ihrem eigenen Wissen über das Emmental. Die Themen sind so vielfältig wie die Region selbst: von Naturkunde über Dialekt und Tradition bis hin zur Fankultur der SCL Tigers. "Für mich war schnell klar: Mein Beispiel sind die SCL Tigers", sagt Carmen Simon, Museumsleiterin. "Die Auseinandersetzung mit den Tigers stiftet Zugehörigkeit. Sie schafft Vertrauen und eröffnet Zugang zu Menschen, zu Erinnerungen, zu einer Region. Für viele sind die Tigers Identität. Für mich waren sie damals als neue Museumsleiterin ein Türöffner zu den Menschen und ihren Geschichten hier im Emmental."

Neue Formen der Museumsarbeit

Mit 'spychere!' entwickelt das Regionalmuseum Chüechlihus neue Formen partizipativer Museumsarbeit. Die Kombination aus Ausstellung, digitaler Plattform und Bürger:innen-Forschung (Citizen Science) macht das Projekt auch über die Region hinaus interessant.Gemeinsam mit Partnerorganisationen wie 'Schweiz forscht' wird untersucht, wie lokales Wissen gesammelt, dokumentiert und ausgewertet werden kann. Damit wird das Museum zu einem Ort, an dem Wissen nicht nur präsentiert, sondern gemeinsam mit der Gesellschaft erforscht und diskutiert wird.

Wissen sammeln–zeigen–nutzen

Das Projekt ist auf mehrere Jahre angelegt und besteht aus drei Phasen:
- Wissen sammeln (ab 2026): Beiträge werden im e-spycher, in der Ausstellung und im öffentlichen Raum gesammelt.
- Wissen zeigen (ab 2027): Das gesammelte Wissen wird ausgewertet und in einer erweiterten Ausstellung präsentiert.
- Wissen nutzen (ab 2027/28): In Projekten, etwa mit Schulen, wird gefragt, wie lokales Wissen helfen kann, über Gegenwart und Zukunft nachzudenken. (pd/neo1)

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