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Nationalbank und Bernisches Historisches Museum eröffnen Moneyverse
Die Schweizerische Nationalbank und das Bernische Historische Museum eröffnen am Freitag die Tore zum "Moneyverse". Das Besuchszentrum im rundum erneuerten Kaiserhaus neben dem Bundesplatz in Bern soll Interessierten das Phänomen Geld und die Arbeit der Nationalbank näherbringen.
"Wir spüren in der Bevölkerung ein grosses Bedürfnis nach einem solchen Angebot", sagte Martin Schlegel, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), am Donnerstag vor den Medien. Fast täglich erhalte die SNB Anfragen von Menschen, die interessiert an einem Besuch seien. Das "Moneyverse" soll eine Lücke füllen.
Schlegel präsentierte das Geld-Universum gemeinsam mit Thomas Pauli-Gabi, Direktor des Bernischen Historischen Museums (BHM). Die SNB als Besitzerin finanziert das Projekt, während das Museum den Betrieb verantwortet. Die Kosten für den Bau haben sich laut Schlegel auf "einen zweistelligen Millionenbetrag" belaufen, der Betrieb kostet jährlich "einen tiefen einstelligen Millionenbetrag".
"Poorjito" an der "Money Bar"
Das Thema Geld wird in der Dauerausstellung aus vier Perspektiven betrachtet: historisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich und persönlich. Jedem dieser Bereiche ist ein Geschoss gewidmet.
Die Inhalte im Untergeschoss drehen sich ganz um die Nationalbank, wie ein Rundgang zeigt. Im Zentrum davon stehen der vierteljährliche Leitzinsentscheid, wie er entsteht und was er auslöst. Zudem werden Kontroversen wie die Übernahme der Credit Suisse ausgewertet und Mitarbeitende der SNB gewähren einen Einblick in ihre Arbeit.
Im historischen Bereich wiederum lassen sich etwa Objekte, die einst als Geld verwendet wurden, begutachten und in der "Money-Bar" warten Gastgeberinnen und Gastgeber, die ein Gespräch über Geldthemen anbieten. Statt Alkoholisches wird dort "Salary Sour", "Poorjito" und "Cryptopolitan" aus Sirup ausgeschenkt.
"Schnittmenge" zwischen SNB und BHM
Die Ausstellung ist kostenlos zugänglich und wird mittels Audioguide in vier Sprachen erklärt. Daneben gibt es die Möglichkeit, sich einer Audiotour mit Expertinnen und Experten anzuschliessen oder als Schulklasse an einem lehrplanbezogenen Programm teilzunehmen. Die ausgestellten Themen entsprechen "der Schnittmenge" der Nationalbank und des Bernischen Historischen Museums, wie "Moneyverse"-Betriebsleiterin Nicole Steiner erklärte. Die Gesamtkonzeption sei unabhängig von der SNB erfolgt, wobei Letztere die Ausstellung freigab und selber Inhalte einbrachte.
Für einzelne Bestandteile des Besuchszentrums konnte das BHM auf Erfahrungen aus einer Ausstellung aus dem Jahr 2022 zurückgreifen. Schon in "Das entfesselte Geld - Die Geschichte einer Erfindung" zeigte die Institution Meilensteine aus der Geschichte des Geldes und lud an der Bar "Chez Dagobert" zur Auseinandersetzung damit ein.
Millionenprojekt in der Berner Altstadt
Das "Moneyverse" ist Bestandteil des denkmalgeschützten Kaiserhauses in der Berner Innenstadt, das der SNB seit den 1970er-Jahren gehört. Am Freitag wird der aus vier Gebäuden bestehende Komplex nach sechs Jahren Umbau wiedereröffnet. Neben dem Moneyverse sind auch etwa eine Brasserie und verschiedene Läden darin zu finden. Bei den Kosten für den gesamten Umbau hielt sich Schlegel bedeckt: Man habe dafür "einen tiefen dreistelligen Millionenbetrag" bezahlt. Die Kosten seien stark getrieben gewesen von der Sicherheit und dem Denkmalschutz, aber auch etwa von Asbest und der Coronapandemie.
Vor dem Kauf durch die Nationalbank war im geschichtsträchtigen Kaiserhaus das Warenhaus der Kaufmannsfamilie Kaiser untergebracht. Wo ab Freitag das "Moneyverse" besucht werden kann, befand sich zudem einst eine Mädchenschule. (sda/neo1)
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