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| Kultur

Nach über 20 Jahren endet die Ära des Freilichttheaters in Signau

Das Freilichttheater Signau spielt 2026 zum letzten Mal auf dem Hämeli. Nach über zwei Jahrzehnten und rund 100'000 Besucherinnen und Besuchern endet damit eine erfolgreiche Theaterära an einem der bekanntesten Freilichtspielorte im Emmental. Die Theatertradition soll jedoch an einem neuen Standort weitergeführt werden.

Mit der Inszenierung von "Ueli der Pächter" geht das Freilichttheater Signau in diesem Sommer in seine achte Spielzeit auf dem Hämeli. Gleichzeitig markiert die Produktion einen Wendepunkt: Wie der Verein mitteilt, werden die Aufführungen im Sommer 2026 die letzten an diesem traditionsreichen Spielort sein.

Seit 2005 verwandelt sich das Hämeli oberhalb von Signau alle zwei Jahre in eine Freilichtbühne für Werke von Jeremias Gotthelf. Die besondere Kulisse mit dem Bauernhaus aus dem Jahr 1776, der historischen Rauchküche und der typischen Emmentaler Hügellandschaft machte den Ort weit über die Region hinaus bekannt. Zusammen mit dem Theaterbetrieb, dem Märit und dem gastronomischen Angebot entwickelte sich das Hämeli zu einem beliebten Ausflugsziel.
Der Erfolg lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Rund 100'000 Menschen besuchten die Aufführungen in den vergangenen 21 Jahren. Allein für die aktuelle Produktion "Ueli der Pächter"  werden während der Spielzeit vom 24. Juni bis 8. August rund 13'000 Gäste erwartet. Bereits vor der Premiere sind etwa 85 Prozent der Tickets für die insgesamt 29 Vorstellungen verkauft.

Möglich wird die Inszenierung auch dank des grossen Engagements zahlreicher Freiwilliger. Rund 100 Personen wirken auf und hinter der Bühne mit und sorgen dafür, dass die Aufführungen sowie die gesamte Infrastruktur betrieben werden können. Der Abschied vom Hämeli erfolgt nicht freiwillig. Nach dem Tod des bisherigen Besitzers Ernst Mosimann wird die Liegenschaft von den neuen Eigentümern in den kommenden Jahren renoviert. Danach steht das Gelände nicht mehr für Theateraufführungen zur Verfügung. "Der Entscheid fällt uns nicht leicht", lässt sich Vereinspräsident Hans Flückiger in der Medienmitteilung zitieren. Er engagiert sich seit den Anfängen des Freilichttheaters für die Inszenierungen mit Laiendarstellerinnen und Laiendarstellern. Gleichzeitig betont der Verein, dass das Ende auf dem Hämeli nicht das Ende der Theaterarbeit bedeute.

Vielmehr wird bereits nach neuen Möglichkeiten gesucht. Künftige Produktionen könnten an einem anderen Spielort stattfinden. Denkbar sei zudem, dass künftig nicht mehr ausschliesslich Gotthelf-Stücke aufgeführt werden. Das Ziel sei klar: Die Freilichttheater-Tradition in der Region soll weiterleben.

Besonders bemerkenswert ist dieser Entscheid auch deshalb, weil in diesem Jahr auf der nahe gelegenen Moosegg ebenfalls zum letzten Mal Freilichtaufführungen stattfinden. Damit gehen gleich zwei bedeutende Theatertraditionen an ihren bisherigen Spielorten zu Ende. Während sich auf dem Hämeli der Vorhang schliesst, arbeitet das Freilichttheater Signau jedoch bereits an seiner Zukunft.

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