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| Gesellschaft

Kanton Bern baut Angebot für Geflüchtete aus der Ukraine aus

Mittlerweile sind schon über 4'200 Personen aus der Ukraine in den Kanton Bern geflüchtet. Heute erklärten Vertreter des Kantons, wie die ukrainischen Menschen untergebracht werden sollen.

Aktuell sind rund 4200 Ukrainerinnen und Ukrainer im Kanton Bern registriert. 900 von ihnen sind in Kollektivunterkünften untergebracht, 500 warten in Durchgangszentren in Zivilschutzanlagen auf einen definitiven Wohnort, über 2800 konnten privat untergebracht werden. Das gab Regierungsrat Pierre Alain Schnegg am Donnerstag bekannt. Der Kanton Bern bereitet sich darauf vor, bis Ende Jahr rund 30'000 Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen zu können.

Gastfamilien können eine Pauschale von 195 Franken pro Monat erhalten, sofern die Geflüchteten mindestens drei Monate bei ihnen bleiben können. Denn solange bräuchten die Menschen Zeit, um sich zu erholen und neu auszurichten, wie Manuel Michel, Vorsteher des Amtes für Integration und Soziales, sagte. Die Schutzsuchenden erhalten, sofern sie registriert sind, Sozialhilfe. Mit einer Registrierung sind sie auch krankenversichert.

Bei aller Solidarität wies Michel aber auch darauf hin, dass sich Gastfamilien die Aufnahme Schutzsuchender gut überlegen sollen, damit das Obdach auch über längere Zeit eine nachhaltige und gute Lösung für alle sei. Michel kündigte auch an, dass ein unabhängiger Aufsichtsdienst eingesetzt wird.

620 Kinder eingeschult

Unter den Schutzsuchenden sind auch viele Kinder und Jugendliche. Sie werden je nach Situation in Regelklassen oder in sogenannten Willkommensklassen eingeschult. An beiden Orten steht der Spracherwerb zunächst im Zentrum. Auch der Bezug zur Ukraine soll nicht verloren gehen, wie Bildungsdirektorin Christine Häsler sagte. Dazu gibt es eine ukrainische Lernplattform.

Bis Ende letzter Woche waren in der Volksschule im Kanton Bern 620 Kinder aus der Ukraine eingeschult worden. Vor allem die Schulen und Gemeinden hätten eine riesige Arbeit geleistet, lobte Häsler.

Ein Problem ist der schon vor der Flüchtlingswelle herrschende Lehrkräftemangel im Kanton Bern. Die Bildungsdirektion hat eine Online-Registration aufgebaut, wo sich Personen mit pädagogischem Hintergrund, vorzugsweise auch mit ukrainischen oder russischen Sprachkenntnissen, melden können. Bereits über 100 Personen hätten die Plattform genutzt, berichtete Häsler. Darunter seine Geflüchtete, aber auch pensionierte Lehrkräfte.

Grosses Containerdorf in der Stadt Bern

In der Stadt Bern entsteht für die Unterbringung von Schutzsuchenden aus der Ukraine ein grosses Containerdorf mit fünf modularen Wohneinheiten. Dort können rund tausend Personen untergebracht werden.

Der Kanton Bern habe glücklicherweise die Möglichkeit, sehr rasch eine solche Containersiedlung auf die Beine stellen zu können, sagte der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried im Rahmen einer Medienkonferenz des Kantons Bern am Donnerstag. Die Stadt Bern sei vom Kanton angefragt worden und habe sofort Hand geboten, die Siedlung auf dem Viererfeld zu errichten.

Es handelt sich um eine Gruppenunterkunft, die sich eher für einen kurzfristigeren Aufenthalt eignet, wie von Graffenried sagte. Es seien also keine Wohnungen für einen Langzeitaufenthalt. Der Berner Stadtpräsident rechnet damit, dass das Dorf je nachdem zwei Jahre oder länger bestehen bleibt.

Platz und Material als Herausforderungen

Allen Geflüchteten eine geeignete Übergangslösung zu finden, sei eine Herausfroderung. Das sagt Manuel Michel, Vorstehender vom Amt für Integration und Soziales beim Kanton Bern. "Wir fokussieren uns momentan auf Objekte mit einer Platzzahl für über 50 Personen", so Michel. Auch das Material ist Mangelware. "Einrichtungsmaterial wie Betten und Matratzen werden knapp und so auch teurer." (sda/neo1)

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