Hebammen und Gewerkschaften übergeben die Unterschriften dem SRO-Direktor Rolf Hayoz (Bild: zvg, GBO)
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Kampf um Geburtsabteilung Langenthal geht weiter - Burgdorf ist bereit für mehr Geburten
Seit Anfang Juli ist klar: Die Geburtenabteilung des Spitals Oberaargau SRO AG geht Ende September zu. Der Aufschrei bei den betroffenen Hebammen und auch in der Politik war gross. Gestern wurde nun eine Petition für den Erhalt der Geburtenabteilung mit 15'000 Unterschriften eingereicht. Das soll vor allem ein Zeichen sein, denn der Entscheid ist laut SRO-Direktion definitiv. Burgdorf soll nun übernehmen - und ist bereit.
Die Petition sei ein starkes Signal gegen den Abbau der Gesundheitsversorgung und von Arbeitsplätzen im Oberaargau, schreibt der Gewerkschaftsbund Oberaargau zur Übergabe. 15'000 Menschen haben die Petition "Erhalt der Geburtshilfe in Langenthal" unterschrieben. Sie fordern damit, dass die Geburtsabteilung erhalten bleibt. Zudem sollen auch andere Schliessungen im Kanton Bern gestoppt werden und der Regierungsrat soll die Geburtshilfe in die medizinische Grundversorgung aufnehmen und entsprechend behandeln. Die Petition wurde dem SRO-Direktor ad interim, Rolf Hayoz, übergeben. Leider sei niemand vom Verwaltungsrat zur Übergabe gekommen, sagt die Hebamme Nathalie Eugster auf Anfrage von neo1. Der Direktor werden die Forderungen aber an den Verwaltungsrat übergeben. Sie erwarte dann noch eine Stellungnahme. Die Petition sei in erster Linie als Zeichen zu sehen, dass die Bevölkerung die Schliessung nicht einfach so hinnehme, ergänzt Eugster. Da die Verantwortlichen von Anfang an betont hätten, dass die Schliessung unumstösslich sei, geht sie nicht davon aus, dass es noch eine Änderung gibt.
Das heisst, die Geburtenabteilung in Langenthal schliesst per Ende September, die betroffenen fünfzehn Hebammen verlieren ihre Stelle per Ende Oktober. Sie hätten vom SRO wenig Unterstützung erhalten, erzählt Nathalie Eugster weiter. Es sei nur der Ratschlag gekommen, sich doch beim Spital Emmental zu bewerben. Auch über das Projekt "Schwangerschaftsweg" oder Geburt 3000 sei nicht mehr gesprochen worden. Mit der Schliessung wurde auch kommuniziert, dass in Langenthal allenfalls ein neues Projekt zur Geburtsbegleitung aufgeleist werde.
Burgdorf ist bereit für mehr Geburten
Es wird daher erwartet, dass ein Grossteil der Geburten nun von Langenthal nach Burgdorf verlagert wird. Das Spital Emmental in Burgdorf habe noch Kapazität und könne einspringen, hiess es Ende Juni von den dortigen Verantwortlichen. Tatsächlich seien sie nun bereit, sagt der Chefarzt Gynäkologie, Matthias Scheidegger auf Anfrage. "Wir haben den Stellenplan erweitert und konnten vier bis fünf Hebammen vom Spital Langethal, die sich bei uns beworben hatten, alle einstellen." Auch die Infrastruktur wurde angepasst, um das Spital Burgdorf auf eine steigende Zahl an Geburten vorzubereiten.
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