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Grosshöchstetten: Gründung der ENGH Wärme AG
Der Verwaltungsrat der Energie Grosshöchstetten AG (ENGH) hat rückwirkend auf den 01.07.2025 die neue Tochtergesellschaft ENGH Wärme AG gegründet. Diese übernimmt das Geschäftsfeld Wärme der ENGH mit der Heizzentrale im Neuhuspark und den bereits erstellten Wärmeleitungen zur Überbauung Talacker. Damit werden die beiden Geschäftsfelder Strom und Wärme in separaten Gesellschaften betrieben und weiterentwickelt.
Im November 2024 wurde die in rund neun Monaten erstellte Heizzentrale am Standort Neuhausweg 7 in Betrieb genommen. Seither wird das gesamte Areal des Neuhuspark CO2-neutral mit Wärmeenergie aus Holzhackschnitzel versorgt. Der ENGH ist es im selben Jahr gelungen, Abnahmeverträge für die 17 Mehrfamilienhäuser im Talacker abzuschliessen. Ende April dieses Jahres starteten die Arbeiten für die Wärmeleitungen zum Talacker; seit Ende September beziehen sämtliche 17 Liegenschaften Energie für Warmwasser und Heizung von der ENGH. Damit kann der Heizkessel (Leistung 900kW) während den Wintermonaten voll ausgelastet werden. An der Gemeindeversammlung (GV) im Juni genehmigten die Bürgerinnen und Bürger die Abnahmeverträge für die beiden grossen Schulhäuser im Zentrum. Gegen die im Nachgang zur GV vom Gemeinderat beschlossenen Verträge für die kleineren Liegenschaften im Zentrum und dem Garderobengebäude im Talacker wurde das Referendum ergriffen. Diese werden an der GV im Dezember dem Souverän vorgelegt. Der Wärmeverbund (WV) Neuhuspark bietet die Möglichkeit die gemeindeeigenen Liegenschaften im Zentrum kostengünstig und v.a. CO2-neutral mit Wärmeenergie zu versorgen. Dadurch leistet die ENGH einen wichtigen Beitrag für die vom Gemeinderat beschlossene Klimastrategie.
Schwierige Finanzierung
Mit dem Wechsel im Verwaltungsrat Ende 2023 war unklar, ob der WV aus eigenen Mittel finanziert werden kann. Erschwerend kam hinzu, dass die Investitionen ins Stromnetz durch den vernachlässigten Unterhalt in den Vorjahren erhöht werden mussten. Im Verlauf des letzten Jahres wurde klar, dass das Eigenkapital und die gewährten Betriebskredite nicht reichten, um den WV voll auszubauen und die Sanierung/Ausbau des Stromnetzes zu finanzieren. Im November 2024 gelangte der Gemeinderat, der die Eigentümerschaft (100% Einwohnergemeinde Grosshöchstetten) vertritt, mit einer Vorlage an die Urne, um die ENGH mit Darlehen über CHF 4.0 Mio auszustatten. Damit hätten die beiden Geschäftsfelder Strom und Wärme für die nächsten Jahre genügend Kapital zur Verfügung gehabt. Die Vorlage wurde jedoch abgelehnt. Die ENGH ist seither gefordert, mit den zur Verfügung stehenden Mittel die notwendigen Investitionen zu tätigen und nach alternativen Lösungen zu suchen.
Getrennte Geschäftsfelder
Der Verwaltungsrat hat nun beschlossen, die beiden Geschäftsfelder Strom und Wärme zu trennen. Dies ermöglicht für beide Sparten neue Chancen. Mit dem neuen Stromgesetz, das 2024 von der Schweizer Bevölkerung angenommen wurde, sind die Herausforderungen für die Energieunternehmungen gewachsen; die Angebote für die Kundschaft werden nochmals diverser. Stichworte sind Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), virtueller ZEV, lokale Energiegemeinschaften (LEG), Batteriespeicher, Photovoltaikanlagen, Tarifgestaltung, Energiebeschaffung etc. In der Sparte Wärme möchte die ENGH den Vollausbau des WV Neuhuspark vorantreiben; umso mehr, da die Abnahmeverträge für die grossen Liegenschaften, die eine Auslastung über 90% generieren, bereits gesichert sind. Beide Geschäftsfelder benötigen in den nächsten Jahren Kapital. Das Geschäftsfeld Wärme, um die Zuleitung zu den Gemeindegebäuden und den zweiten Wärmekessel zu finanzieren, das Geschäftsfeld Energie, um den geplanten Ausbau des Stromnetzes sicherzustellen. Mit der Trennung der Geschäftsfelder Strom und Wärme kann gegenüber der Bevölkerung, möglichen Investorinnen und Investoren, Kundinnen und Kunden sowie weiteren Anspruchsgruppen einfacher und transparenter der Bedarf ausgewiesen und erklärt werden.
ENGH Wärme AG
Nach der Nichtgewährung der Darlehen im November 2024 durch die Gemeinde ist die Eigentümerschaft des Neuhusparks, die ALTO real estate ag, als Darlehensgeberin eingesprungen. Der ALTO real estate AG ist es ein grosses Anliegen, dass zumindest die erste Etappe des Leitungsnetzes (Ast Talacker) erstellt werden kann. Mit der Gründung der Energie Wärme AG kann einerseits dieses Darlehen gesichert und andererseits die Finanzierung der Sparte von derjenigen des Stromgeschäfts entkoppelt werden. Die ALTO real estate ag wird mit ihrem Portfoliomanager, Jörg M. Stoll, im neu gebildeten Verwaltungsrat (VR) Einsitz nehmen. Vervollständigt wird der VR durch Marlis Toneatti, die im Mai 2025 in den VR der ENGH gewählt wurde. Sie hat den Bau der Heizzentrale eng begleitet und kann als Fachfrau Energie ihr umfangreiches Wissen auch im neuen Gremium einbringen. Magnus Furrer amtet wie bei der ENGH AG als Präsident des Verwaltungsrates der ENGH Wärme AG. Ebenfalls übernimmt Ralph Bolzli von der Energie Belp AG die Geschäftsleitung der neuen Firma. Dadurch kann das bestehende Wissen eingebracht und eine kostengünstige Verwaltung der ENGH Wärme AG sichergestellt werden.
Zukunft
Für beide Firmen bleiben die Herausforderungen in den nächsten Jahren hoch. Der Verwaltungsrat der Energie Grosshöchstetten AG hat mit dieser Ausgliederung die Basis geschaffen, damit die beiden Sparten Strom und Wärme weiterentwickelt und die benötigte Finanzierung unternehmensspezifisch angegangen werden können. Potential ist in beiden Geschäftsfeldern vorhanden. So kann die ENGH als kleine Energieversorgerin flexibel und kundennah neue Angebote zur Verfügung stellen. Die ENGH Wärme AG kann den Vollausbau des WV Neuhuspark vorantreiben und weiteren Liegenschaften im Zentrum eine CO2- neutrale Alternative zu konventionellen Energieträgern anbieten. Als Hauptaufgabe wird der Verwaltungsrat der ENGH Wärme AG noch in diesem Jahr das Gespräch mit potenziellen Investorinnen und Investoren suchen. Durch die vorhandenen Grossabnahmeverträge und der damit verbundenen hohen Auslastung der Heizzentrale können Anlegerinnen und Anlegern interessante Anlagemöglichkeiten geboten werden. (pd)
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