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| Wochengespräch

"Die EM wird dem Schweizer Frauenfussball Schub geben" - Martina Moser im neo1-Wochengespräch

Seit dem vergangenen Mittwoch läuft in der Schweiz die Fussball-Europameisterschaft. In acht Schweizer Stadien wird vor ausverkauften Rängen gespielt, es gibt Fanmärsche, Public Viewings und viel Euphorie. Der Anlass werde dem Frauenfussball viel Schwung geben, sagt auch Martina Moser. Die Emmentalerin war bis 2022 selber Profifussballerin, hat 129 Spiele für die Schweizer Nati gemacht und verfolgt die EM jetzt als Expertin für das SRF.

"Die Stimmung, die Fans, die Hymne - es war unbeschreiblich", sagt Martina Moser am Tag nach dem Eröffnungsspiel zwischen der Schweiz und Norwegen am Mittwoch im Interview mit neo1. Man habe gespürt, es liege etwas in der Luft, für das Schweizer Team sei vieles möglich. Tatsächlich haben die Schweizerinnen gegen Norwegen eine sehr gute Leistung gezeigt und doch unverdient mit 1:2 verloren. Nun müsse das Team den Fokus bewahren und die kommenden zwei Gruppenspiele gegen Island und Finnland mit dem gleichen Engagement spielen, sagt die Ex-Profispielerin. Vor allem Island müsse die Schweiz nun schlagen, um das grosse Ziel, den Viertelfinal, zu erreichen. 

Die Leistung im ersten Spiel habe auch gezeigt, dass das Schweizer Team im Vorfeld zu unrecht kritisiert wurde, sagt Martina Moser weiter. Aber sie gibt auch zu, dass sich der Frauenfussball seit Langem mehr mediale Aufmerksamkeit gewünscht habe. Das habe er jetzt, auch wenn die Schlagzeilen in den letzten Wochen öfters negativ waren.

Moser kritisiert aber auch die Polemik rund um ein Testspiel der Schweizer Nati gegen ein Luzerner Juniorenteam. Kritiker sahen sich durch die Niederlage der Schweizerinnen gegen die jungen Männer in ihrer Haltung bestätigt, dass Frauenfussball weder schnell noch spannend sei. "Man kann im Fussball Frauen und Männer nicht vergleichen, zu unterschiedlich sind die körperlichen Voraussetzungen", sagt Martina Moser dazu. Spätestens ab der Pubertät gibt es grosse körperliche Unterschiede. Das hat auch ein Experiment des SRF gezeigt, bei dem ein Männerteam auf einem überdimensional grossen Spielfeld spielen musste. Das Spielfeld war im Verhältnis zur Körpergrösse für die Männer so viel grösser und der Ball so viel schwerer, wie es für die Frauen auf einem üblichen Spielfeld ist. Es zeigte sich, auf einem grösseren Feld wirkt auch Männerfussball langsamer und es braucht von den Spielern einen viel grösseren Effort. "Es war interessant, dies mal im Verhältnis auch beim Männerfussball zu sehen," erklärt Moser, die das Experiment begleitet hat. Trotzdem sei sie aber dagegen, Goals und Spielfelder im Frauenfussball kleiner zu machen, um das Spiel attraktiver zu machen.

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