Beat Gerber auf dem Archehof. (Bild: neo1 / Michael Remund)
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Das lachende und weinende Auge bei Beat Gerber
Archehof: fertig. Gemeindepräsidium Schangnau: fertig. Im Leben von Beat Geber stehen auf Ende 2025 grosse Veränderungen an. Er freut sich nun auf einfach mal nichts weiter müssen und auch mal Ferien machen können.
"Nichts" - ist die Antwort von Beat Gerber auf die Frage, was denn nun im Leben der Gerbers konkret läuft. "Wir schauen einmal wie das geht", schmunzelt der (noch) Gemeindepräsident von Schangnau.
Ab dem neuen Jahr betreiben Beat Gerber und seine Frau Kathrin keinen sogenannten Archehof mehr auf ihrem Bauernhof in Schangnau. "Wir können den Hof weitergeben an die nächste Generation. Unser Sohn übernimmt. Er möchte aber den Archehof nicht übernehmen", erklärt Beat Gerber. Dies habe sich schon länger abgezeichnet. Der Archehof sei aber auch das Projekt von ihm und seiner Frau gewesen. "Wir können uns glücklich schätzen, dass wir den Hof weitergeben können. Dies war immer wichtig für uns. Wir nehmen uns auch ganz aus dem Betrieb. Unser Sohn soll so arbeiten können wie er es gerne hätte."
Das heisst aber auch das Ende des Archehofs. Gerbers haben über Jahre seltene Tierrassen wie Enten, Schweine oder Ziegen gezüchtet und der Bevölkerung vorgestellt. Die Idee kommt von der Stiftung ProSpecieRara, welche die Archehöfe auch als solche ernennt und zertifiziert.
Nun mussten Gerbers für ihre Tiere neue Plätze finden: "Es brauchte das eine oder andere Telefon - aber mittlerweile konnten wir alle Tiere platzieren", sagt Beat Gerber. Es sei zum Teil schon auch emotional gewesen. Die Archehöfe sind in den Augen von Beat Gerber auch kein Auslaufmodel: "Wir konnten gerade der städtischen Bevölkerung auf unseren Führungen immer wieder die Tiere und Arten näher bringen. Die Idee eines Archehofs ist eine gute." Seiner Meinung nach sind die Kriterien über die Jahre immer wie strenger geworden - das habe er immer kritisiert.
Schlussendlich brauche es vor allem viel Engagement, einen gewissen Innovationsgeist und noch mehr Herzblut. "Dass dies nicht alle auf sich nehmen möchten, verstehe ich vollends", meint Beat Gerber.
Stiftung ProSpecieRara blickt zufrieden zurück
Durch den Wegfall vom Archehof in Schangnau bleiben schweizweit noch zwei Höfe dieser Art. "Dies ist ganz normal. Es kommen neue Höfe dazu, andere fallen weg. Der Archehof in Schangnau gab es zehn Jahre lang. Dies ist eine sehr tolle Zeit und wir blicken dankbar zurück", erklärt Philippe Ammann, der stellvertretende Geschäftsführer. Bezüglich der veränderten Kriterien, die aus Sicht von Gerbers herausfordernd wirkten sagt er: "Seit ein paar Jahren haben wir die Karte der Vielfalt. Dort kann jede Züchterin und jeder Züchter sichtbar werden. So konnten wir die Kriterien derHöfe etwas nach oben korrigieren. Somit konnten wir sicherstellen, dass es dabei um Leuchttürme geht.
Auch Gemeindepräsidium fertig
Beat Gerber war zehn Jahre lang Gemeindepräsident von Schangnau. "10 Jahre sind eine schöne Zahl", schmunzelt Beat Gerber. "Für mich war es immer wichtig mehr als eine Amtszeit zu machen und Projekte abzuschliessen. Nun ist es aber an der Zeit das Amt abzugeben."
Er sei sehr glücklich über seine Nachfolge.
Was Beat Gerber von seiner Amtszeit bleibt und ob dies mehr ist als "bloss Hochwasser", erzählt Beat Gerber im neo1-Wochengespräch.
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