Andreas Wisler vom OK der MadPride 2026. (Bild: neo1/Pascal Rupp)
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"Wir sind nicht einfach eine Nummer in einer Statistik"
Am 10. Oktober findet in Bern anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit die Mad Pride statt. Diese setzt sich für mehr Sichtbarkeit, Akzeptanz und Inklusion von Menschen mit psychischen Erkrankungen ein.
Die erste Mad Pride fand 1993 in der kanadischen Metropole Toronto statt, als Reaktion auf Vorurteile der Bevölkerung. Nun steht die vierte Mad Pride in der Schweiz statt. Auf dem Bundesplatz in Bern wollen die Organisierenden von 15 bis 18 Uhr psychische Vielfalt sichtbar machen.
"Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet und geht alle etwas an. Trotzdem wird zu wenig darüber gesprochen", sagt Andreas Wisler. Der 53-Jährige aus Sumiswald ist im OK der Mad Pride 2026 und selbst Betroffener.
Vom Betroffenen zum Unterstützer
"Ich hatte schwierige Phasen mit erhöhtem Stress. Diesen versuchte ich durch Alkohol- und Cannabiskonsum zu bewältigen". Er habe Psychosen entwickelt und war mehrmals in der Psychiatrie. Unter anderem durch Therapien und Meditation fand Andreas Wisler einen Weg, den Konsum der Substanzen und die psychischen Erkrankungen zu überwinden.
Nun setzt sich der Emmentaler dafür ein, dass mehr über psychische Erkrankungen gesprochen wird. "Menschen mit psychischen Erkrankungen sind nicht einfach eine Diagnose oder eine Nummer in einer Statistik, sondern es sind Menschen mit ihrer Individualität und Kreativität", betont Wisler.
"Immer noch viele Vorurteile"
In den letzten Jahren habe es Fortschritte gegeben. Gerade bei jüngeren Personen spüre er mehr Offenheit, darüber zu sprechen. Eine "schöne Entwicklung", so Wisler. Es gebe aber noch Luft nach oben. "Es gibt immer noch viele Vorurteile gegenüber psychischen Erkrankungen. Dazu gehört beispielsweise, dass Menschen, die einmal psychisch erkrankt sind, nie wieder gesund werden."
Andreas Wisler spricht heute offen über seine psychischen Erkrankungen. Zu diesem Punkt sei es aber ein langer Prozess gewesen. "Man muss nicht gleich im Radio darüber sprechen, sondern sich langsam hintasten", so Wisler. Er sagt, es sei ein gewisses Risiko, sich zu öffnen. Ihm habe es aber geholfen, sich darüber auszutauschen.
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