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| Gesellschaft

Wenn Verstorbene in Bäumen weiterleben

Ein junges Emmentaler Paar bietet eine neue, sehr persönliche Form des Abschiednehmens an. Statt einer klassischen Urne wird die Asche Verstorbener in den Wurzelbereich junger Bäume oder Sträucher eingebettet. So entsteht ein lebendiger Erinnerungsort, der im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse Platz finden kann.

Die Idee dazu entstand aus einer Lücke bei alternativen Bestattungsformen ausserhalb traditioneller Friedhöfe. Nach mehreren Jahren Berufserfahrung in einem Krematorium gründeten Adrian Bernhard und Alexandra Frauchiger das Start-up Capink und entwickelten das Projekt Evergreen. «Wir gehen die Asche von Verstorbenen abholen oder sie wird zu uns gebracht. Dann wird die Asche in Schafwollsäckchen umgebettet und dieses wiederum wird bei den Wurzeln von Bäumen oder Sträuchern eingearbeitet», erklärt Alexandra Frauchiger im neo1 Interview. Zur Auswahl stehen jeweils fünf verschiedene Bäume oder fünf verschiedene Sträucher.

Die Pflanzen werden den Angehörigen fixfertig eingetopft übergeben. «Die Asche kommt bei der Pflanze zu den Wurzeln, und so kann die Pflanze weiterwachsen und leben», sagt Frauchiger. Für Adrian Bernhard steht dabei ein besonderer Gedanke im Zentrum: «Wir bieten so eigentlich an, dass eine Person durch die Asche wieder zum Leben kommt, in Form einer Pflanze, eines Baumes.» Das Unternehmen betreiben die beiden derzeit nebenberuflich von ihrer Wohnung in Neuegg bei Sumiswald aus, wo sich Arbeits- und Ausstellungsraum befinden.

Evergreen trifft auf wachsendes Interesse. Immer mehr Menschen wünschen sich individuelle und naturnahe Abschiedsformen. «Angehörige können ihre Liebsten bei sich zuhause behalten», sagt Bernhard. Gleichzeitig ist Capink auch mit Gemeinden im Gespräch, um solche Baum-Bestattungen künftig auf speziellen Flächen von Friedhöfen zu ermöglichen.

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