Most Trusted Websites for Replica Watches 2023

Werbung

| Gesellschaft | Gesundheit

Von Bern in die Welt: Der erste Drogenkonsumraum wird 40

Vor 40 Jahren schrieb Bern ein Stück Sozialgeschichte: 1986 eröffnete die CONTACT Stiftung für Suchthilfe den weltweit ersten Drogenkonsumraum. Was damals als pragmatische Antwort auf die Drogen- und Aidskrise begann, gilt heute als fester Bestandteil der Schweizer Drogenpolitik.

Die Anfänge waren jedoch alles andere als selbstverständlich. "Wir wussten auch nicht, ob es gut kommt. AIDS war neu und man wusste nicht, was machen", erinnert sich Gründungsmitglied Hanspeter Wermuth. Viele Betroffene seien damals nicht mehr von den bestehenden Beratungsangeboten erreicht worden. "Dann haben wir gesagt: Dann müssen wir zu ihnen." Anfangs seien viele Konsumierende misstrauisch gewesen. Doch die Idee habe sich schnell herumgesprochen und sich bewährt. Heute blickt Wermuth mit Stolz auf die Entwicklung zurück: "Dass es das immer noch gibt und dass es sich so entwickelt hat, das ist ein schönes Gefühl."

Auch 40 Jahre später kämpft CONTACT nach eigenen Angaben noch mit Vorurteilen. "Es gibt immer noch das Bild von völlig kaputten Menschen, die nur Drogen konsumieren", sagt Bubi Rufener, Leiter der Anlaufstelle Bern. Die Angebote gingen jedoch weit darüber hinaus. "Man kann hier waschen, duschen, zusammen sein und Sozialarbeit in Anspruch nehmen. Wir wollen, dass es den Leuten besser geht."

Am Jubiläumsanlass in Bern würdigten unter anderem die ehemalige Bundesrätin Ruth Dreifuss und Regierungsrat Pierre Alain Schnegg die Pionierleistung. Schnegg betonte: "Es hat Mut gebraucht vor 40 Jahren. Dieser Raum war nie eine Verharmlosung des Drogenkonsums. Im Gegenteil: Er war die Antwort auf eine harte Realität."

Werbung

neo1 - Mein Radio
00:00
-00:00