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Vom Ton zur Tasse: So arbeitet eine Keramikbemalerin

Blumen, Bilder und feine Verzierungen machen aus Tassen, Tellern oder Schüsseln Einzelstücke. Dahinter steckt ein traditioneller Beruf, der Kreativität, Geduld und viel Genauigkeit verlangt.

Eine, die dieses Handwerk beherrscht, ist Martina Zurbrügg aus dem Kandertal. Die gelernte Keramikbemalerin arbeitet seit vielen Jahren in der Töpferei Aebi in Trubschachen und ist heute Geschäftsführerin des Betriebs.

Ihre Arbeit beginnt, wenn die Töpferinnen und Töpfer den Ton geformt und der Rohling seine Grundfarbe erhalten hat. Mit Farbe und einem sogenannten Malhorn trägt die Keramikbemalerin danach Zeichnungen und Muster auf. Dabei muss jeder Strich sitzen, denn Fehler lassen sich nur schwer korrigieren.

Anschliessend wird die bemalte Keramik getrocknet und ein erstes Mal gebrannt. Danach wird sie glasiert und kommt erneut in den Ofen. Bis ein Stück vollständig fertig ist, dauert es insgesamt vier bis sechs Wochen. Geht beim Brennen etwas schief, kann die ganze Arbeit verloren sein.

"Am Beruf fasziniert mich, dass man etwas mit den Händen machen kann und am Abend sieht, was man geschaffen hat", sagt die 39-jährige Martina Zurbrügg.

Ein traditioneller Beruf im Wandel

Verändert habe sich vor allem das Umfeld des Berufs. Keramik bemalen ist zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung geworden. Gleichzeitig kaufen viele Menschen ihr Geschirr heute günstig bei Grossverteilern. Ein handgefertigtes und handbemaltes Stück kann mit diesen Preisen nicht mithalten.

Traditionelle Töpfereien setzen deshalb auf individuelle Wünsche. Die Kundschaft kann etwa Form, Grösse und Verzierung mitbestimmen. In der Schautöpferei in Trubschachen lässt sich zudem beobachten, wie viel Zeit, Präzision und Handarbeit tatsächlich in einer einzelnen Tasse steckt.

 

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