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| Wirtschaft

Verhaltener Optimismus in der Gastroszene

Der Bundesrat will den Lockdown schneller lockern als geplant: Ab dem 11. Mai können nicht nur Läden, Märkte und obligatorische Schulen, sondern auch Museen, Bibliotheken und Restaurants wieder öffnen. Vor allem die Gastroverbände sind erfreut. Die Restaurants selber sind verhalten optimistisch. 

Ursprünglich hatte der Bundesrat die Schliessung von Bars und Beizen frühestens am 8. Juni aufheben wollen. Damit die Lokale wieder öffnen können, müssen sie strenge Schutzkonzepte erfüllen: In einem ersten Schritt sind in einem Restaurant an einem Tisch maximal vier Personen oder Eltern mit Kindern erlaubt. Alle Gäste müssen sitzen, zwischen den Gästegruppen sind zwei Meter Abstand oder trennende Elemente nötig. Über die weiteren Schritte entscheidet der Bundesrat am 27. Mai.

Die Restaurants zeigen sich auf Anfrage von neo1 eher verhalten. Stefan Wiesner, der "Hexer" aus dem Entlebuch mit seinem Restaurant Rössli in Escholzmatt wird kaum ab Mai eröffnen. "Für eine kleinere Wirtschaft kann dies Sinn machen. Für uns wo die Kulinarik im Vordergrund steht sehe ich noch keinen Nutzen", so Wiesner. Die Gäste sässen jeweils bis zu 5 Stunden an den verschiedenen Gerichten, da wolle er kaum wieder öffnen. Ausserdem warte er auch immer noch auf das Geld für die Kurzarbeit der Mitarbeitenden. Der Entscheid über die Lockerung hat also die Zahlung eingeholt. 

Daniel Lehmann, Geschäftsführer und Küchenchef im Hotel Moosegg, plant ab 11. Mai das Restaurant wieder zu öffnen. "Wir sind in der glücklichen Lage genug Platz zu haben", so Lehmann, gegenüber neo1. Aber auch für ihn sind viele Fragen noch offen, gerade was die Bankette, Konformationen und Anlässe betrifft. "Für uns ist klar dass wir keine Mitarbeitenden verlieren möchten. Dafür tun wir alles", sagt Lehmann. Ob die Gäste dann auch gleich wieder kommen bleibt ebenfalls offen. Sie hätten aber treue Stammkunden, welche bereits angefragt hätten. "Ein paar Gäste in einem reduzierten Restaurant sind besser als gar keine Gäste". 

Gastrosuisse erfreut

Der Branchenverband Gastrosuisse hat am Mittwoch zufrieden auf die vom Bundesrat ermöglichte Öffnung der Restaurants am 11. Mai reagiert. Präsident Casimir Platzer sagte, endlich habe die Branche eine Perspektive und Planungssicherheit.

Das habe der Verband immer gefordert. Er hätte eigentlich damit gerechnet, dass der Bundesrat die im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie geschlossenen Gastrobetriebe erst wieder am 8. Juni öffnen lasse, sagte Platzer auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Auch die Einschränkungen seien weniger streng ausgefallen. Statt wie erwartet zwei Gäste dürften nun vier oder eine Familie an einem Tisch sitzen. "Da waren wir positiv überrascht", sagt Konrad Gerster von Gastro Emmental-Oberaargau, gegenüber neo1. Er habe aber auch vollstes Verständnis, wenn sich die Wirtinnen entscheiden, noch nicht zu öffnen. Die Abschätzung liege grundsätzlich bei den Betrieben. "Für uns ist zum Beispiel auch eine Mischnutzung aus Selbstbedingung und bedienter Gastronomie denkbar", so Gerster

Das Sicherheitskonzept für die Mitarbeiter liege derzeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft. Darin schlage die Branche vor, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Schutzmaske tragen, wenn sich die Mindestdistanz nicht einhalten lasse.

Das gelte sowohl im Gastbereich als auch in der Küche. Eine generelle Maskenpflicht in der Küche sei nicht vorgesehen. Ihm sei versichert worden, eine Übertragung des Coronavirus über Lebensmittel sei praktisch ausgeschlossen. (neo1 / sda) 

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