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| Politik

Verbände lancieren Referendum gegen Jagdgesetz

Eine Trägerschaft bestehend aus pro natura, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz und zooschweiz lanciert das Referendum gegen das revidierte Jagd- und Schutzgesetz. Das Gesetz schiesse, so wie es im September von den Eidgenössischen Räten verabschiedet worden war, über das Ziel hinaus. Es treffe den Artenschutz in seinen Grundfesten, schreiben die Verbände in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Ausserdem sei die Verschiebung von Kompetenzen vom Bund zu den Kantonen klar verfassungswidrig. Mit Abschüssen auf Vorrat und einer Liste regulierbarer Arten, die der Bundesrat am Parlament vorbei beliebig ergänzen könne hebele das Gesetz den Artenschutz aus. 

Jede dritte Art in der Schweiz sei bedroht, erklärte Océane Dayer, Verantwortliche Politik bim WWF Schweiz. Damit belege unser Land unter den 36 OECD-Ländern den unrühmlichen Spitzenplatz. Anna Baumann, Direktorin des Tierparks Goldau und Präsidentin von zooschweiz, unterstrich die Wichtigkeit des Artenschutzes auch im internationalen Kontext. Der Schutz der Artenvielfalt könne nur grenzübergreifend erfolgreich sein. Werner Müller, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz, erinnerte daran, dass das geltende Jagd- und Schutzgesetz im Jahr 1986 im Nationalrat einstimmig und im Ständerat mit nur zwei Gegenstimmen angenommen worden war. Es stelle damit einen echten Kompromiss zwischen Jagd und Schutz dar - im Gegensatz zum neuen Gesetz. Die Verbände sind überzeugt davon, dass das Gesetz den Artenschutz schwächt, statt ihn zu stärken. Deshalb werden jetzt fleissig Unterschriften gesammelt, damit das Stimmvolk nächstes Jahr über das neue Gesetz abstimmen kann. Eine gfs-Umfrage zeigt, dass der Optimismus des Referendumskomitees für einen Sieg begründet ist. 72 Prozent der Befragten lehnen präventive Abschüsse geschützter Tiere ab, 79 Prozent sagen nein zum Abschuss von Wölfen ohne vorgängigen Herdenschutz. Nur jeder vierte Stimmberechtigte befürwortet die Kompetenzverschiebung im Artenschutz zugunsten der Kantone. 

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