Werbung
Velohändler brauchen neue Ideen für die Velolieferung
Der Online Handel boomt im Moment und die Post hat soviel zu tun mit Pakete ausliefern, dass sie gesagt haben, man müsse ein sogenanntes Paketkontingent einführen. Dies betrifft aber nicht nur die Privaten, sondern auch Unternehmen, die Teile bestellen, um arbeiten zu können.
Velohändler sind zum Beispiel betroffen davon. Richard Merz, Geschäftsführer von Fuchs-Movesa, einem Importeur von Velo- und E-Bike Teilen sagt in einer Mitteilung, dass er enttäuscht ist: "Von einem Tag auf den anderen müssen wir unsere tägliche Anzahl von 1200 Paketen auf 600 halbieren. Damit setzt das UVEK (Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) die Ersatzteilversorgung unserer 1700 Fahrradhändler aufs Spiel, die ja eigentlich vom Bundesrat den Auftrag erhalten haben, die Mobilität der Bevölkerung auch während der Covid-19- Notmassnahmen sicherzustellen."
Merz kann nicht verstehen, weshalb das UVEK bei der Paketkontingentierung nicht unterscheidet zwischen systemrelevanten Betrieben und reinem Onlinehandel, der nur dem Konsum dient. Er sagt: "Erneut werden vor allem ausländische Onlinehändler bevorzugt, während wir in der Schweiz mit Einschränkungen zu kämpfen haben. Die Leidtragenden sind die kleinen Fahrradwerkstätten, die wegen Ersatzteilmangels ihrer Arbeit nicht nachkommen können."
Beat Brechbühl zum Beispiel von Radsport Emmental bezieht seine Teile bei Fuchs-Movesa und sagt gegenüber neo1: "Im Moment warte ich deutlich länger auf Teile für meine Velos." Auch beim Ausliefern gibt es mehr Aufwand. "Ich bringe im Moment die Kundenbestellungen mit meinem Auto zu den Kunden." Auch Martin Wüthrich vom Rennshop in Burgdorf macht es so. "Bei uns können die Kunden auch online bestellen. Deshalb habe ich auch Lieferungen für die ganze Schweiz. Ich mache jetzt Sammellieferungen mit einem Transporter." So kann er vier Velos auf einmal nach Zürich oder Baden bringen. "Ich sehe dies aber auch als Entlastung für die Post. "Die Pösteler können ja nichts dafür, dass sie jetzt soviel zu tun haben."
Ganz auf das Liefern verzichtet die Velogarage in Langnau. "Bei uns können die Kunden ihre Sachen direkt abholen kommen und zahlen danach per Rechnung," sagt Mathias Brechbühl. Dieses System basiert voll auf dem Vertrauen der Kunden. "Die meisten der Kunden kenne ich ja persönlich und der Kontakt geht nicht ganz verloren. Ein Velo einstellen via Telefon sei schwierig. Es brauche jetzt halt ein wenig Geduld, weil die Sicherheitsvorschriften mit dem Abstand eingehalten werden müssen", so Brechbühl.
Werbung
