(Symbolbild: Pixabay)
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Uni Bern hat Arbeit von Pflegeeltern im Kanton Bern untersucht
Ein Forschungsprojekt der Universität Bern zeigt, wie sich die Situation von Pflegefamilien im Kanton Bern seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2022 verändert hat. Grundlage sind mehr als 30 Befragungen mit Pflegeeltern. Die Studie zeigt, dass nicht alle Pflegefamilien zufrieden sind.
Es sei nicht die erste Studie, die sie zum Thema Pflegefamilien durchgeführt hätten, erklärt Michèle Amacker. Sie ist Co-Leiterin des Zentrums für Geschlechterforschung an der Universität Bern und hat die Studie geleitet. In einer früheren Untersuchung hätten sie sich bereits vertieft mit der Geschichte der Pflegefamilien beschäftigt. "Wir wollen damals besser verstehen, wer diese Leute sind. Wer entscheidet sich, Pflegeeltern zu werden? Wie sehen sie ihre Arbeit und was sind die Herausforderungen? Wir haben festgestellt, dass die Arbeit von Pflegeeltern kaum erforscht ist."
Das war kurz vor 2022. In diesem Jahr trat im Kanton Bern ein neues Gesetz über die Leistungen für Kinder mit besonderem Förder- und Schutzbedarf in Kraft, zu denen auch Pflegekinder gehören. Dieses regelt unter anderem die Arbeit der Pflegeeltern. "Mit dem neuen Gesetz gab es viele Änderungen. Dieser Wandel sorgte für Aufregung. Wir wollten darum weiterforschen."
Auch das kantonale Jugendamt habe es begrüsst, dass die Universität Bern die Arbeit von Pflegefamilien genauer untersuchen wollte, und hat der Uni den entsprechenden Auftrag erteilt. In der weiterführenden Studie ging es deshalb nicht nur um die Arbeit der Pflegeeltern selbst. Das Jugendamt wollte auch herausfinden, welche Veränderungen das neue Gesetz für Pflegefamilien mit sich gebracht hat.
Dafür wurden ausführliche Befragungen durchgeführt und insgesamt 34 Pflegefamilien interviewt, so Michèle Amacker. „"Wir wollten herausfinden, welche Änderungen das neue Gesetz genau brachte und wie die Pflegeeltern das aufnehmen. Viele hätten sich zum Beispiel mehr Mitspracherecht gewünscht."
Pflegefamilien kritisieren insbesondere unklare Zuständigkeiten, unterschiedliche Standards zwischen Gemeinden sowie fehlende soziale und arbeitsrechtliche Absicherung. Der Bericht fordert deshalb einen klaren arbeitsrechtlichen Status, faire Entschädigungen und eine bessere soziale Absicherung.
Jedes Pflegeverhältnis ist anders
Alexandra Marti ist ausgebildete Sozialpädagogin und Pflegemutter eines 13-jährigen Jungen. Die Aufgaben als Pflegeeltern seien sehr vielfältig, erzählt sie. "Wir übernehmen die Betreuung von vielfach traumatisierten Kindern. Dazu gehört die Koordination mit Schulen, Therapeutinnen und Therapeuten, aber auch mit Behörden." Pflegefamilie zu sein, sei eine grosse Aufgabe, die viel abverlange. Dabei stehe aber immer das Wohl des Kindes im Zentrum.
Für Alexandra Marti ist klar, dass Herausforderungen und Wünsche sehr individuell sind. Jede Pflegefamilie ist anders. "Es ist so individuell, wie es nur sein kann. Alle Kinder sind einzigartig, jedes Pflegeverhältnis ist einzigartig. Was sich Alexandra Marti vom Kanton Bern wünscht: "Da vertrete ich die Interessengemeinschaft Pflegefamilien, und das würden viele Pflegefamilien so unterschreiben. Wir möchten klare Rahmenbedingungen und klare Zuständigkeiten, oder noch klarere. Denn ich finde, wir sehen definitiv Bemühungen vom kantonalen Jugendamt."
Alexandra Marti ist es wichtig zu betonen, dass sicher nicht alles schlecht laufe. Sie findet es zudem gut, dass der Kanton Bern die Arbeit der Pflegefamilien mit dieser Studie untersucht hat. "Solche Studien machen sicher immer Sinn. Es wäre nicht richtig, wenn wir Pflegeeltern uns von dieser Studie angegriffen fühlen würden. Klar, die Ergebnisse werden unser Leben nicht von heute auf morgen verändern. Aber sie geben eine Stossrichtung vor."
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