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| Politik

Thun legt ausgeglichenes Budget vor

Der Thuner Gemeinderat präsentiert dem Stadtrat ein ausgeglichenes Budget für das Jahr 2026 mit einem Aufwand und Ertrag von je 324 Millionen Franken. Trotz steigender Bauausgaben und höherem Finanzbedarf hält die Stadt an ihrer Finanzpolitik fest.

Der Gemeinderat legt dem Stadtrat am 20. November ein ausgeglichenes Budget 2026 vor. Aufwand und Ertrag des Steuerhaushalts betragen jeweils 324 Millionen Franken. Während auf der Ertragsseite höhere Steuereinnahmen erwartet werden, steigen gleichzeitig die Bauausgaben deutlich an.

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Thun profitieren seit 2025 von einem reduzierten Steuerfuss von 1,66 Einheiten. Diese Senkung wurde durch die stabile Finanzlage ermöglicht. Für das Jahr 2026 rechnet die Stadt mit einem Anstieg der Bauausgaben und einem wachsenden Finanzbedarf. Dennoch hält der Gemeinderat an seiner bisherigen Finanzstrategie fest. "Die bewährte, solide und vorsichtige Finanzpolitik wird fortgeführt", sagt Gemeinderätin Andrea de Meuron, Vorsteherin der Direktion Finanzen Ressourcen Umwelt, im Interview mit neo1.

Auf der Ertragsseite werden Steuereinnahmen von 145,1 Millionen Franken erwartet – ein Zuwachs von 2,6 Millionen Franken oder 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresbudget. Da die Steuern rund 45 Prozent der Gesamterträge ausmachen, bleibt deren positive Entwicklung zentral für die städtische Finanzlage. Die Umsetzung geplanter Aufgaben und veränderte Rahmenbedingungen führen jedoch zu einer höheren Belastung des Finanzhaushalts, was sich unter anderem in einer negativen Selbstfinanzierung zeigt. "Noch macht mir dies nicht Bauchweh. Aber das Budgetieren ist schon ein Balanceakt", so Andrea de Meuron.

Höhere Beiträge an den kantonalen Lastenausgleich
Die Zahlungen an die sechs kantonalen Lastenausgleichssysteme steigen 2026 auf 69,9 Millionen Franken, was einer Zunahme von 0,6 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit fliesst etwa die Hälfte der städtischen Steuereinnahmen in diese Ausgleichssysteme zurück.

Hohe Bauausgaben und steigende Verschuldung
Das Investitionsbudget 2026 umfasst 21,4 Millionen Franken. Dieser Wert liegt rund 41 Prozent über dem Durchschnitt der letzten zehn Rechnungsjahre. Für den baulichen Unterhalt von Hoch- und Tiefbau sind in der Erfolgsrechnung 21,1 Millionen Franken vorgesehen, rund 30 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2024.

Trotz der hohen Investitionen rechnet die Stadt zwischen 2026 und 2029 mit ausgeglichenen Erfolgsrechnungen. Die Finanzierungslücken führen jedoch zu einer steigenden Verschuldung. Im Vergleich mit anderen grösseren Städten des Kantons Bern bleibt die Schuldenlast der Stadt Thun unterdurchschnittlich. Die Investitionen sichern langfristig die städtische Infrastruktur und schaffen Werte für die Zukunft.

Ausblick auf steuerliche Veränderungen
Geplante Anpassungen im kantonalen Steuergesetz werden ab 2027 auch die Gemeindesteuern beeinflussen. Die vorgesehene Abflachung der Steuerprogression sowie tiefere Einkommens- und Gewinnsteuern führen für die Stadt Thun voraussichtlich zu Mindereinnahmen von rund 2,8 Millionen Franken – was einer weiteren Senkung des Steuerfusses auf 1,62 Einheiten entsprechen würde.

"Für die Zukunft der Stadt ist es wichtig, dass wir nach der Steuersenkung per 2025 sowie im Hinblick auf die bevorstehende Tarifanpassung per 2027 handlungsfähig bleiben und die nachhaltige Entwicklung von Thun sichern können", betont Finanzvorsteherin Andrea de Meuron.

Neben dem Budget behandelt der Stadtrat am 20. November 2025 auch den Aufgaben- und Finanzplan 2026–2029. (neo1 / pd)

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