Till Scheidegger und seine Mutter Nadya Blaser (Bild: neo1, Manuel Bartlome)
Werbung
Teilzeit-Lehre statt IV-Rente
Ein Emmentaler setzt sich mit einer Petition dafür ein, dass Menschen mit Beeinträchtigung ihre Berufslehre in einem Teilzeitpensum absolvieren können. Über 13'000 Unterschriften hat er bereits gesammelt.
Till Scheidegger aus Hasle-Rüegsau hat Autismus. Der Einstieg ins Berufsleben ist für ihn deshalb schwierig. Eine Lehre möchte er gerne machen, kann derzeit aber nicht mehr als 50 Prozent arbeiten. Mit einer Petition fordert er deshalb eine Teilzeit-Lehre: "Ich selber kann nicht über 50 Prozent schaffen im Moment. Und es ist schade, in der Arbeitswelt gibt es die Möglichkeit für Teilzeit schon, aber nicht in der Bildung."
Mittlerweile hat er mehr als 13'000 Unterschriften gesammelt. Diese sollen nun der Politik übergeben werden. Menschen im Autismus-Spektrum benötigten insbesondere mehr Zeit, um Reize zu verarbeiten und sich zu regulieren, erklärt Blaser: "Sie brauchen zum Beispiel mehr Zeit, um sich zu regulieren und alles zu verarbeiten, um gesund zu bleiben."
Die Petition richtet sich an die Politik. Menschen mit Beeinträchtigung sollen so eine Lehre machen können, ohne direkt von einer IV-Rente abhängig zu sein. Davon könnte auch die Gesellschaft profitieren, sagt Tills Mutter Nadya Blaser: "Wir haben dann ausgebildete Leute. Die werden nach der Lehre vielleicht nicht 100 Prozent arbeiten können – aber Teilzeit. Und so können sie ihren Lebensunterhalt selber erwirtschaften, und das ist dann am Ende günstiger, auch für die Gesellschaft."
Heute ist eine Lehre mit einem Pensum von 80 Prozent möglich. Für viele Betroffene reicht das jedoch nicht. Scheidegger fordert deshalb mehr Flexibilität: „Jeder Mensch ist anders, und braucht nicht das Gleiche. Die Unterstützung sollte angepasst werden, je nachdem, was ein Mensch braucht.“
Werbung
