Symbolbild (Bild: neo1, Canva)
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Stalking
Unaufhörliche Nachrichten, ständige Anrufe oder unerwartetes Auftauchen. Stalking ist Realität für viele Menschen in der Schweiz. Fachleute und Betroffene schildern, wie gefährlich das Phänomen ist und warum frühe Hilfe so entscheidend ist.
„Stalking kommt aus dem Englischen und bedeutet ‚heranpirschen, jagen‘“, erklärt Lena Feldmann von der Fachstelle Stalking in Bern. „Wie genau Stalking beginnt, ist schwer zu sagen. Meist führt die Häufigkeit der Handlungen dazu. Es startet oft mit vielen SMS, Briefen oder Anrufen. Dann folgen Geschenke, unerwünschte Bestellungen oder das gezielte Verfolgen.“ Stalking hat viele Gesichter. Was harmlos wirkt, kann sich schnell zu Bedrohung und sogar körperlicher Nähe steigern. „Je länger und intensiver Stalking dauert, desto grösser sind die Auswirkungen“, so Feldmann. „Betroffene schlafen schlecht, ziehen sich zurück, wechseln vielleicht sogar Job oder Wohnort.“
Eine, die das erlebt hat, ist Anna*. Ihr Name wurde geändert und ihre Stimme verfremdet. Vor vier Jahren begann ein Arbeitskontakt, der schnell in Belästigung kippte. „Es hat ganz nett angefangen, mit ‚wie geht es dir?" Dann wurde es immer mehr“, erzählt sie. Trotz klarer Absagen hörte der Mann nicht auf. „Ich habe ihm gesagt, dass ich kein Interesse habe. Doch Wochen später habe ich ihn immer wieder gesehen.“ Die Folgen für Anna sind gravierend: Angst, Unsicherheit, Rückzug. Erst mit Unterstützung von Familie und Freunden traute sie sich, zur Polizei zu gehen.
Auch die Polizei bestätigt, dass frühes Handeln entscheidend ist. „Wir sind bei hartnäckigen Fällen involviert, wo Täter trotz Massnahmen weitermachen“, sagt Claudia Grande, Fachstellenleiterin Bedrohungsmanagement. Aber auch in weniger extremen Situationen können Betroffene Unterstützung erhalten. „Wir können Anzeigen aufnehmen, Wegweisungen aussprechen und Gefährder überwachen. Wichtig ist, klar zu kommunizieren, dass man keinen Kontakt möchte.“ Grande betont zudem, wie zentral das Umfeld ist: „Betroffene sollen Familie, Freunde und auch Arbeitskollegen informieren, damit niemand persönliche Informationen weitergibt.“
Fachleute sind sich einig: Stalking kann jeden treffen und niemand sollte alleine damit bleiben. Je früher Betroffene Hilfe suchen, desto grösser die Chance, dass das Martyrium gestoppt wird.
Hilfe und Infos findest ihr hier: https://www.bern.ch/themen/sicherheit/schutz-vor-gewalt/stalking
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