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Schweizer Brot in Nordschweden - Martin und Sarina aus Sorsele
Im Jahr 2015 wagten Martin Wüthrich aus Eggiwil und Sarina Bieri aus Flühli einen grossen Schritt. Sie wanderten in das nordschwedische Dorf Sorsele aus. 2'500 Kilometer weit weg von zu Hause eröffneten die beiden eine eigene Bäckerei.
Den Bezug zur Region Sorsele hatte Martin schon einige Zeit vor der Auswanderung: "Ich konnte ein Haus kaufen in der Region. Und dann kam langsam aber sicher der Gedanke, dass es schade ist, nur zwei Wochen Ferien in Skandinavien zu verbringen, wenn wir doch ein Haus haben".
Dass die Arbeit mitkommen müsse, sei von Anfang an klar gewesen, sagt der gelernte Bäcker. Zusammen mit seiner Partnerin Sarina, ebenfalls gelernte Bäckerin, wagte er deshalb 2015 den Schritt nach Sorsele.
Viel Arbeit zu Beginn
In der alten Bäckerei im Dorf gab es viel zu tun, erinnert sich Sarina: "Es war wirklich ein Loch. Die Stromkabel hingen von der Decke, der Boden war teilweise rausgerissen und die Wände mit Gipsplatten übernagelt". Binnen eines Monats richteten sie die Backstube und den Laden so her, dass sie eröffnen konnten. Auch dank Hilfe aus der Schweiz: "Etwa zehn Personen halfen uns beim Umbauen und Einrichten. Zu zweit hätten wir das kaum geschafft", so Sarina.
Gute Mischung zwischen schwedisch und schweizerisch
Im Laden mussten sie zu Beginn noch einige "Lehrblätze" machen. Martin erklärt: "Zu Beginn konnten wir wenig bis schlecht Schwedisch sprechen. Die Leute hatten aber viel Verständnis". Auch beim Brot mussten sie noch einige Sachen anpassen oder zumindest durchsetzen, erzählt Sarina: "Schwedisches Brot hat viel mehr Zucker und ist weicher, als jenes was wir kennen. Mittlerweile ist aber nur noch in einem Brot Zucker bei uns. Wir haben die Kunden ein bisschen erzogen", schmunzelt sie.
Kein Heimweh - aber die Berge fehlen
Mit ihrer kleinen Tochter Tiril leben Martin und Sarina im kleinen Wiler Jiltjaur, 30 Kilometer von Sorsele entfernt. Sie kam erst in Schweden auf die Welt: "Für Tiril ist das normal hier: Die Seen, der Wald, die Weite. Sie kennt es nicht anders", sagt Martin. Sarina und er würden an der Schweiz vor allem die Berge vermissen. Und natürlich die Familie. "Besonders an Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern fehlen die Leute schon", sagt Sarina. Zurück in die Schweiz wollen sie aber nicht in den nächsten Jahren. "Unsere Leute kommen ja regelmässig zu Besuch", betonen die beiden.
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