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| Kultur

Rekordjahr für das Gurtenfestival: Über 100'000 Gäste bei der Ausgabe 2026

Das Gurtenfestival hat seine Position als wichtiges europäisches Mixed-Genre-Festival weiter ausgebaut. Zahlreiche internationale Acts schwärmten während der Festivaltage von Bern, der Aare und dem einzigartigen Festivalgelände. Gleichzeitig verzeichnete die 43. Ausgabe mit 104'750 Gästen einen neuen Rekord. Drei von vier Festivaltagen waren ausverkauft, Gäste aus anderen Kantonen und dem Ausland nahmen erneut zu. Trotz wechselhaftem Wetter verlief das Festival äusserst ruhig und friedlich.

Bern: Paradies für internationale Künstler*innen

Lorde, Kraftklub, Loyle Carner: Das sind nur drei von etlichen Künstlerinnen, welche sich einen Nachmittag an der Berner Aare – laut CNN einer der 20 besten Badeplätze der Welt – gönnten und auf ihren eigenen Social Media-Kanälen und auch in Interviews mit Medien schwärmten über das paradiesische Setting des Gurtenfestivals. Audrey Nuna wies das Publikum in einer Zwischenansprache darauf hin, dass sie noch nie an einem solch schönen Ort aufgetreten sei und dass eine derartige Aussicht und ein derartiges Festival nie als selbstverständlich genommen werden können. Insgesamt haben das viertägige Gurtenfestival dieses Jahr 51 Musik-Acts, 82 DJs und 11 Kleinkunst-Acts beehrt, rund zwei Drittel davon lokale Künstler*innen.

Erstmals mehr als 100'000 Gäste

Die zunehmend überregionale Ausstrahlung widerspiegelt sich auch in den Besucher*innenzahlen. Mit insgesamt 104'750 Gästen überschritt das Gurtenfestival erstmals in seiner Geschichte die 100’000er Marke. Obschon der Donnerstag nicht ausverkauft war, besuchten am selbigen Tag rund 1000 mehr Menschen das Gurtenfestival als im Vorjahr. Ausserdem verzeichnete das Gurtenfestival nach dem leichten Rückgang im Vorjahr wieder deutlich mehr Besucher*innen aus anderen Kantonen (insgesamt ca. 30%), bei den Gästen aus dem Ausland steigt der Trend weiter an und liegt heuer bei etwas über einem Prozent, wobei mit Abstand am meisten Tickets in Deutschland, gefolgt von Grossbritannien, USA und Frankreich, gekauft wurden.

Friedliche Stimmung

"Die Stimmung am Gurtenfestival war dieses Jahr extrem friedlich und ausgelassen", konstatiert Festivalleiter Bobby Bähler und fügt an: "Wir hatten im Vergleich zu den Vorjahren rund 25% weniger gemeldete Fälle beim Care Team, und das, obwohl wir eine zusätzliche Care-TeamPatrouille auf dem Feld hatten, die pro-aktiv auf Situationen zugegangen ist." Auch der Sanitätsdienst registrierte deutlich weniger Vorfälle als in Vorjahren.

Regen statt Hitzewelle

Aufgrund der Hitze in den letzten Wochen vor dem Festival hatte die Festivalleitung kurzfristig ein eigentliches «Hitzekonzept» ausgelöst. Die grosse Hitze blieb jedoch aus, und die zwei grossen Schneekanonen vor der Hauptbühne, von den Jungfraubahnen freundlicherweise zur Verfügung gestellt, kamen nicht zum Einsatz. Stattdessen war das Wetter sehr wechselhaft und reichte von heissen Sonnenstunden über bewölkt-schwüle Phasen bis hin zu Starkregen und einzelnen Windböen. Vor allem der Donnerstag brachte ein herausforderndes Wettergemenge. Während des Headliner-Konzerts von Lorde regnete es nahezu ununterbrochen – was aber weder der Künstlerin noch dem Publikum im Weg stand. Für einige war das wohl ihr «Güsche-Moment».

Neues Besucherverhalten bestätigt Entwicklungen

Erneut zeigte sich eine Veränderung im Anreiseverhalten der Gäste. Immer mehr Besucher*innen reisen kurzfristig an, die Anreise der Gäste konzentriert sich auf die Zeit zwischen 17.00 und 19.00 Uhr. Der zweite Fussweg via Blinzern bewährte sich dabei erneut und trug wesentlich dazu bei, die Publikumsspitzen gleichmässiger zu verteilen und den Hauptzugang in Wabern zu entlasten. Über die vier Festivaltage wählten rund 16'000 Personen den Zugang über die Blinzern.

Auswirkungen neuer Regelungen werden ausgewertet

Für abschliessende Aussagen zu den Auswirkungen der neuen Getränke- und Depotregelungen ist es noch zu früh. Die Festivalleitung wartet bei diesen Themen mit Spannung auf die Auswertung der jährlichen Umfrage unter den Besucher*innen, an der jeweils rund 6'000 Personen teilnehmen. Fest steht, dass sich der Trend zu alkoholfreien Getränken fortsetzt. Auch die diesjährige Depotspendenaktion zugunsten der Organisation Brava verlief erfolgreich. Die Organisation berichtet von zahlreichen wertvollen Gesprächen mit Festivalbesucher*innen sowie grossem Wohlwollen und Interesse an ihrer Arbeit.

Ausblick Gurtenfestival 2027

Mit der Ausgabe 2027 beginnt für das Gurtenfestival ein neuer Abschnitt. Das Festival feiert seine 50-jährige Geschichte und erweitert das Festival aus diesem Anlass auf fünf Tage. Damit kehrt nach Jahren der «Güsche-Sunnti» zurück. Das Jubiläum versteht die Festivalleitung als Startpunkt für die Zukunft. Bereits heute arbeitet das Gurtenfestival mit einem Entwicklungshorizont bis 2032. Ziel ist es, sich in einer zunehmend anspruchsvollen Festivallandschaft langfristig zu behaupten und sich zur Qualitätsführerin unter den europäischen Mixed-Genre-Festivals zu entwickeln. Dazu gehören Investitionen in die Nachwuchsförderung, die Weiterentwicklung des Festivalerlebnisses sowie der Ausbau der sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit. Die Arbeiten für die Jubiläumsausgabe haben schon im Frühling dieses Jahres begonnen. Zwei Headliner sind bereits definitiv verpflichtet. Auch der musikalischen Geschichte soll Tribut gezollt werden. Mehr verrät die Festivalleitung gegen Ende Jahr. Das nächste Gurtenfestival findet vom 14. bis 18. Juli 2027 statt. (pd)

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