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Pädagogische Therapien in Schulen: Zwischen Wort und Bewegung
Stottern, Grammatikprobleme oder motorische Unsicherheiten. Für viele Kinder gehören Logopädie oder Psychomotorik-Therapie zum Schulalltag. Beide Angebote sind Teil der schulischen Sonderpädagogik und richten sich an Kinder, bei denen im Verlauf der Schulzeit ein entsprechender Bedarf festgestellt wird. Was hinter den beiden Bereichen steckt und weshalb sie oft missverstanden werden, erklären drei Fachpersonen aus der Region.
"Die Logopädie dreht sich um die Kommunikation. Sei es bei der Aussprache, der Verständigung, der Grammatik", erklärt Anna Joss, Logopädin an der Schule Langnau. Der Weg in die Therapie beginnt meist nicht bei den Fachpersonen selbst, sondern im Klassenzimmer oder zu Hause: Auffälligkeiten werden häufig zuerst von Eltern oder der Klassenlehrperson bemerkt. "Darauf wird eine Einschätzung gemacht, wo wir mit dem Kind zusammen prüfen, wo es klemmt, wo das Problem genau ist, damit wir dann gezielt daran arbeiten können", sagt Petra Stender, Logopädin in Burgdorf. Die eigentliche Therapie findet danach meist regelmässig statt, oft einzeln oder in Kleingruppen, und ist für die Familien in der Regel kostenlos, da sie über Kanton oder Gemeinde finanziert wird.
Für Anna Joss liegt der grösste Lohn der Arbeit in der Entwicklung der Kinder: "Das Schönste an der Logopädie ist zu sehen, wie viel selbstsicherer die Kinder werden, wenn sie die richtige Unterstützung bekommen. Wie sie sich mehr getrauen, sich in den Unterricht einzubringen und den Mut haben mitzumachen."
Weniger bekannt, aber ebenso wichtig ist die Psychomotorik-Therapie, die Kindern mit Schwierigkeiten in Bewegung, Körperwahrnehmung und emotionaler Selbstregulation hilft. Andrea Stettler, Psychomotorik-Therapeutin in Burgdorf, kennt die Vorurteile, die schon der Name mit sich bringt: "Mein Kind ist doch kein Psycho?!, meinen viele, wenn es darum geht, mit der Psychomotorik zu arbeiten." Dabei hat der Begriff nichts mit "Psycho" im umgangssprachlichen Sinn zu tun, sondern mit der Psyche: "Die Gefühle, die Emotionen, die Bewegung und die Selbstwahrnehmung, wie man sich bewegt, wie man ist", so Stettler. Anders als beim reinen Turnen geht es also nicht nur um motorische Fähigkeiten, sondern immer auch um das Zusammenspiel mit dem inneren Erleben eines Kindes.
Ob Sprache oder Bewegung: Beide Therapieformen setzen dort an, wo Kinder im Schulalltag an Grenzen stossen und leisten, wie die drei Fachpersonen zeigen, oft mehr, als der Name vermuten lässt.
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