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«Nordwind»: Theaterwelten erzählt im Schnittweier vom Umgang mit Krisen
Zwölf Jahre Gefängnis für ein Verbrechen, das sie nie begangen hat: Mit dieser Ausgangslage beginnt «Nordwind», das neue Freilichtstück von theaterwelten, das vom 22. Juli bis 29. August im Schnittweier oberhalb Steffisburg zur Uraufführung kommt. Im Zentrum steht Finja, die nach ihrer Entlassung in ein von Misstrauen und Ausgrenzung geprägtes Fischerdorf zurückkehrt.
Geschrieben und inszeniert hat das Stück Annemarie Stähli aus Steffisburg, die den Verein, früher bekannt als Oberländer Märlibühni, seit dessen Gründung vor bald 30 Jahren gemeinsam mit Renate Rubin leitet. Für sie steckt hinter der Geschichte mehr als nur das Schicksal der Hauptfigur: «Es geht auch darum, wie Menschen in Krisensituationen handeln. Mich hat die Frage bewegt, wie sich Menschen in solchen Momenten verändern und was ihnen Halt gibt.»
Neu bei dieser Inszenierung ist der Einsatz von Live-Musik, die erstmals fest in die Produktion eingebunden wird. Verantwortlich dafür ist Anna-Lena Schulz, die für die musikalische Leitung sowie die Mitarbeit an Text und Komposition zuständig ist. Die Musik übernehme dabei eine klare Funktion: «Die Musik soll die Emotionen im Stück untermalen.» Zusammen mit Bühnenbild, Kulisse und dem eigens eingerichteten nordischen Bistro soll so ein rundes Erlebnis entstehen, wie Schulz betont: «Es ist ein Gesamtpaket, ein Erlebnis, das sich lohnt zu erleben. Der Ort, das Stück, das Bistro und die Musik - es lohnt sich, das zu besuchen.»
Auf der Bühne stehen rund vierzig Laienschauspielende, fast die Hälfte davon ist noch keine dreissig Jahre alt. Sie bereiteten sich rund neun Monate lang auf die Aufführungen vor und investierten dafür einen ganzen Sommer. Frühere Produktionen des Vereins lockten jeweils über zehntausend Besucherinnen und Besucher ins Tal.
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