(Bild: Keystone SDA)
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Neues IT-System der Insel Gruppe kostet 182,5 Millionen Franken
Die Gesamtkosten für das neue IT-System der Berner Insel Gruppe fallen höher aus als erwartet. Sie belaufen sich neu auf 182,5 Millionen Franken, wie die Spitalgruppe am Mittwoch mitteilte.
Die externen Projektkosten - unter anderem für Lizenzen, Berater, Techniker und für Schulungen - machen 101,6 Millionen Franken aus. Hinzu kommen interne Kosten, etwa für eigene Fachleute, in der Höhe von 52,5 Millionen Franken sowie 28,4 Millionen Franken für die Modernisierung der IT-Infrastruktur.
Die Kosten liegen über den Zahlen, die bisher im Raum standen. Laut Insel Gruppe gibt es dafür mehrere Gründe. So wurde die Mehrwertsteuer hinzugerechnet, zusätzliche Module wurden im Lauf der Einführung gekauft, und die Zahl der Fälle und der Nutzenden stieg an.
Die Insel Gruppe hat das aus den USA stammende Klinikinformationssystem Epic im März 2024 eingeführt. Damit wurden mehr als 50 bestehende, teils stark veraltete klinische Systeme abgelöst. Auch andere Spitäler, darunter das Luzerner Kantonsspital und das Universitätsspital Zürich, entschieden sich für Epic.
Politik am Zug
Mit dem Thema wird sich im März auch das Berner Kantonsparlament befassen. Das Büro des Grossen Rats möchte, dass die Geschäftsprüfungskommission die Einführung von Epic am Inselspital und die damit verbundenen Kosten eingehend untersucht.
Hintergrund ist die anstehende Revision des bernischen Spitalversorgungsgesetzes. Da der Regierungsrat eine flächendeckende Einführung von Epic an sämtlichen Listenspitälern des Kantons anstrebe, sei es zentral, vollständige Transparenz über die Einführung des Systems bei der Insel Gruppe zu schaffen, heisst es in der Motion.
Weiterentwicklung in Arbeit
Die Insel Gruppe selber sieht sich bei Epic in einer "Pionierrolle in Europa", wie sie in der Mitteilung schrieb. Zurzeit werde eine Weiterentwicklung des Systems geprüft.
Zum einen gehe es um die Teilnahme an einem weltweiten, anonymen Gesundheitsdatenraum. Damit würde die internationale Forschung gestärkt. Zum anderen solle die Grundlage geschaffen werden, um mit künstlicher Intelligenz die Behandlungen effizienter und sicherer zu machen.
Die Insel Gruppe stehe in diesem Zusammenhang im Austausch mit der kantonalen Datenschutzaufsichtsstelle. Diese prüfe das Vorhaben. "Datensicherheit hat für uns höchste Priorität", sagte Verwaltungsratspräsident Adrian Schmitter gemäss Mitteilung. "Gleichzeitig wollen wir unseren Patientinnen und Patienten den Zugang zu neuen medizinischen Möglichkeiten nicht verwehren."
Neues IT-System auch am Spital Emmental Thema
Der Berner Regierungsrat will das IT-System Epic an allen Listenspitälern des Kantons Bern einführen. Unter anderem auch beim Spital Emmental. Die Geschäftsleiterin der Spital Emmental AG, Regula Feldmann, sagt: «Es ist klar, dass ein neues System mit enormen Kosten verbunden ist. Aber diese Kosten sind mit der Digitalisierung verbunden, unabhängig vom System. Deshalb ist der Plan des Kanton Bern, ein kantonales System einzuführen, aus Sicht des Spital Emmental wünschenswert.» Auch wenn es viel kostet. An der Digitalisierung führe kein Weg vorbei, ergänzt Regula Feldmann, Geschäftsleiterin der Spital Emmental AG. Wie viel die Einführung des neuen Systems im Spital Emmental kosten würde, sei noch nicht klar, heisst es auf Anfrage von neo1 weiter. (sda/neo1)
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