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neo1 i dim Dorf - Rüti bei Lyssach
Eine 751 Jahre alte Kirche, eine einsame Strassenlaterne und ein Haus, das eigentlich im Freilichtmuseum Ballenberg landen sollte. Auch in einer der kleinsten Gemeinden des Kantons Bern gibt es viel zu entdecken. In unserer Sommerserie machen wir Halt in Rüti bei Lyssach.
Die Gemeinde Rüti bei Lyssach liegt auf 523 m.ü.M. 4 km westlich der Stadt Burgdorf. Das kleine Bauerndorf mit einer Fläche von 1.3 km² gehört mit 159 Einwohnerinnen und Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden des Kantons Bern. Hier gibt es kein Restaurant, keine Schule, keinen Einkaufsladen und keinen Öffentlichen Verkehr… und trotzdem sind die Menschen, die hier inmitten der Natur und mit unverbauter Weitsicht ins Mittelland leben, ausgesprochen zufrieden. "Es ist schön ruhig und das geniessen wir", so Gemeindepräsident Walter Schöni. Und doch seien sie nicht abgelegen: "Wir sind eigentlich zentral. Man ist schnell in Burgdorf, in Bern oder in Lyssach am Bahnhof. Wir haben alles was wir brauchen." Und doch gibt es den Gedanken, mit der Gemeinde Lyssach zu fusionieren. In der Gemeindeversammlung im Juni hat die Stimmbevölkerung einen Kredit für die Abklärung einer Fusion gutgeheissen. "Wir haben schon lange einen guten Austausch mit der Gemeinde Lyssach", so Gemeindepräsident Walter Schöni. So gehen die Kinder aus Rüti beispielsweise jetzt schon in Lyssach zur Schule. "Und bei komplizierten Baugesuchen zum Beispiel, hilft uns die Gemeindeverwaltung von Lyssach heute schon. Dafür sind wir sehr dankbar." Die Gemeindeverwaltung von Rüti bei Lyssach ist nicht gross: Auf der Website ist unter Verwaltung nur die Gemeindeschreiberin aufgeführt, die jeweils am Mittwoch anwesend ist.
Ein Haus das von Alchenflüh nach Rüti umzog
Ein Blick auf die Website führt uns auch zu unserem zweiten Gesprächspartner. Unter der Rubrik „Gewerbe” erscheint der Name Marcel Fäs als einziger. Er wohnt seit 13 Jahren in Rüti bei Lyssach und hat sich mit seinen handwerklichen Fähigkeiten selbstständig gemacht. Ihn treffen wir vor einem uralten Haus. Die Familie seiner Frau habe das Seilerhaus in den 70er Jahren von Alchenflüh nach Rüti gebracht, erzählt uns Marcel Fäs: "Das Freilichtmuseum Ballenberg hatte damals auch noch Interesse. Aber meine Schwiegerfamilie zeigte mehr Interesse und konnte das Haus übernehmen. Dann brauchten sie noch ein geeignetes Grundstück, das sie in Rüti fanden. Hier wurde ein Keller gebaut, auf dem dann das ganze Haus Schritt für Schritt wieder aufgebaut wurde." Das 500 Jahre alte Seilerhaus sei so zu einem Wohnhaus geworden.
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