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Nationalrat berät diese Woche über umstrittenes Jagdgesetz
Das neue Jagdgesetz ist umstritten. Diese Woche berät der Nationalrat darüber.
Diese Woche debattiert der Nationalrat an einer Sondersession über das umstrittene Jagdgesetz. Mit der Vorlage würde unter anderem der Schutz des Wolfes gelockert. Verschiedene Naturschutzorganisationen haben ein Referendum angekündigt. Sie kritisieren, dass die Kantone über die Bestände der wilden Raubtiere selber entscheiden können. Sara Wehrli von Pro Natura kritisiert, dass geschützte Tierarten geschossen werden können, ohne dass sie zuvor irgendwelche Schäden angerichtet haben. Auch eine offene Abschussliste geschützter Tierarten, die dezimiert werden sollen, wird durch die Naturschutzorganisationen kritisiert. Lorenz Hess, BDP-Nationalrat und Präsident des Berner Jägerverbands hingegen findet, dass die Vorlage ausgeglichen ist. Man habe im Jagdgesetz auch Sachen drin, bei denen man sich gut überlegen müsse, ob man sie mit einem Referendum wieder versenken wolle. So gebe es eine Regelung zu Wildübergängen, ein Artikel zum Umgang mit Zäunen oder die obligatorische Nachsuche auf verletztes Wild.
Dass es Massnahmen zur Schadensprävention gibt, verneint Sara Wehrli von Pro Natura nicht. Aber es werde von den Nutztierhaltern nicht mehr erwartet, dass Massnahmen ergriffen werden, bevor ein Wolfsrudel reguliert werden könne. Und das sei ein Paradigmenwechsel: Weg von einem Gesetz, das die Prävention hoch gewichtet habe, hin zu einem reinen Abschussgesetz. Lorenz Hess kontert: Die Behörden würden auch nach den Änderungen noch eher zurückhaltend entscheiden. Im Gesetz sei sogar explizit der Artenerhalt erwähnt. Und gerade bei schadenstiftenden Tieren sei es wichtig, dass die Behörden reagieren können.
Die Naturschutzorganisationen haben sich betreffend des Referendums noch nicht definitiv festgelegt. Sara Wehrli sagt jedoch: "Es müsste eine 180-Grad-Wende geben hin zu deutlich mehr Schutz in diesem Gesetz. Und dies ist schlichtweg nicht mehr zu erwarten".
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